
(c) Thomas Reimer; Adobe Stock
Zugegeben – es ist schon ein paar Jährchen her. Ende der 90er, kurz nach meinem Studium, startete ich bei einer Bank. Mein erster Kollege begrüßte mich mit einem Grinsen:
„Wer Vier heißt, muss auch für vier arbeiten.“ Er hatte nicht ganz unrecht – zu tun gab es genug.
Als jedoch das CRM-Projekt – in dem ich als Projektmitglied mitarbeitete – ins Stocken kam, widmete ich mich einer Anfrage aus der IT. Dort hatte man HTML-Seiten für das Internet erstellt und die Kollegen suchten jemanden aus dem Marketing, der Inhalte lieferte. Ziel war, die volkswirtschaftlichen Publikationen der Bank online zugänglich zu machen.
Und so begann – ohne dass ich es ahnte – mein Job, mich selbst wegzurationalisieren.
Als das Internet noch „nur ein Hype“ war
Neugierig und wissbegierig, brachte ich mir in meiner Freizeit HTML und JavaScript bei, um die Anforderungen des neuen Mediums zu verstehen. Meine Chefin schüttelte nur den Kopf:
„Verzetteln Sie sich nicht mit dem Internet – das ist doch nur ein Hype.“
(Hahaha – rückblickend ein schöner Satz.)
Damals bestand das Web aus statischem Content, von Redaktionssystemen keine Spur.
Die Pflege war mühsam: Jede Publikation musste manuell auf allen passenden Seiten eingepflegt werden. Selbst ein einfaches PDF entstand in drei Einzelschritten – pure Handarbeit.
Der Auslöser der Wegrationalisierung: Langeweile und der Wunsch nach Vereinfachung
Die Routine nervte. Die Aufgaben waren eintönig, fehleranfällig und zeitfressend.
Also begann ich zu träumen: Wie schön wäre es, wenn das alles automatisch laufen würde.
Zum Glück hatte ich einen IT-Kollegen, der meinen Ideen zuhörte.
Manchmal verschwand er tagelang – und kam dann mit einer neuen Lösung zurück, die uns wieder ein Stück Arbeit ersparte.
So automatisierten wir Schritt für Schritt:
Vom legendären „blauen Drucker“ in Word, der PDFs mit einem Klick erzeugte (das Symbol war tatsächlich blau), bis hin zu einer Website, die sich auf Basis von Metadaten selbst generierte.
Am Ende konnten die Volkswirte ihre Inhalte eigenständig einpflegen – mich brauchte es dafür nicht mehr.
Kurz darauf kamen die ersten Web-Editoren auf den Markt. HTML-Kenntnisse wurden überflüssig, und die Pflege der Seiten ging an das Team „Technische Assistenz“.
Ergebnis:
Mein Arbeitsaufwand sank von 75 % auf 25 % – und die frei gewordene Zeit nutzte ich, um an einer Kundendatenbank zu arbeiten. Natürlich wieder mit dem Ziel, möglichst viel zu automatisieren.
Wegrationalisierung: Ich hatte meine Passion gefunden
Mein Job bei der Bank war damit erledigt – aber das war völlig in Ordnung.
Denn ich hatte meine Passion gefunden: Prozesse vereinfachen, digitalisieren und automatisieren.
Das Internet ließ mich nicht mehr los.
Mit jeder neuen Technologie tauchte ich tiefer ein – in systemübergreifende Prozesse, Schnittstellen und Automatisierungspotenziale.
Denn E-Commerce funktioniert nur dann effizient, wenn alle Bereiche – vom Lieferanten über Marketing und Vertrieb bis hin zum Kunden – nahtlos miteinander verbunden sind.
Ein spannendes, herausforderndes Feld mit großem Potenzial – und einem klaren Ziel: maximale Effektivität durch intelligente Digitalisierung.
Und das Ende der Geschichte?
Von meinem Abschied bei der Bank blieb mir das Lachen meines Kollegen im Ohr:
„Mein Spruch damals – dass jemand, der Vier heißt, für vier arbeiten muss – war eigentlich als Witz gemeint!“
Fazit:
Wegrationalisierung? Jederzeit wieder!
Denn sie hat mich dorthin gebracht, wo ich heute bin – in eine Welt, in der Effizienz, Automatisierung und Neugier Hand in Hand gehen.
Die gewonnene Zeit nutze ich, um Neues zu lernen, Themen weiterzuentwickeln und Projekte spannend zu halten.
Und wer weiß – vielleicht schicke ich irgendwann tatsächlich meine KI zur Arbeit.
Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:
Wirtschaftsmacht E-Commerce: Wie der Onlinehandel die Wirtschaft transformiert
/in Alle Beiträge, Digitale Strategie, E-Commerce/von Bettina Vier(c) Bettina Vier
Der Onlinehandel hat sich nicht zuletzt durch die Corona Pandemie zu einem zentralen wirtschaftlichen Motor und Kampfplatz der Supermächte entwickelt. Was zur Jahrtausendwende mit einfachen Webshops begann, ist heute ein globales Ökosystem aus spezialisierten und KI-gestützten Backend-Systemen, Online-Shops, digitalen Marktplätzen, Logistiknetzwerken, Zahlungsdienstleistern und automatisierten Prozessen im Online-Marketing.
Marktmacht E-Commerce: Der aktuelle Stand in Deutschland und Europa
Diese Zahlen zeigen deutlich: Der E-Commerce stabilisiert sich nach dem Pandemie-Boom nicht nur auf einem höheren Niveau, sondern wächst weiter. Damit festigt er seine Rolle als wichtiger Verkaufskanal im Einzelhandel.
Herausforderungen und kritische Aspekte
Mit steigender Relevanz des E-Commerce steigt der Wettbewerbsdruck und der staatliche Eingriff, um Betrug und negative gesellschaftliche Folgen zu vermeiden.
Was die Marktmacht E-Commerce für Wirtschaft und Gesellschaft bedeutet
Die Marktmacht des E-Commerce beeinflusst immer stärker die Einzelhandelsstruktur und das Verbraucherverhalten. Das hat positive und negative Auswirkungen:
Fazit
Die „Wirtschaftsmacht E-Commerce“ ist real — und wird weiter wachsen. Über den Online-Handel drängen verstärkt internationale Händler auf den nationalen Markt, die aufgrund ihrer lokalen Rahmenbedingungen Vorteile ausspielen können. Dadurch werden Logistikprozesse und die Frage der Nachhaltigkeit eine immer größere Bedeutung gewinnen.
Das Verbraucherverhalten hat sich bereits jetzt schon signifikant verändert: Innenstädte werden immer stärker zur Bummelmeile, während der Einkauf zum Teil online stattfindet. Während der Online-Einkauf auf der einen Seite als Zeitersparnis und bequem wahrgenommen wird, steigen auf der anderen Seite das Risiko der Überschuldung und Vereinsamung.
Der Onlinehandel verändert damit, wie wir einkaufen, wie Unternehmen wirtschaften, wie Städte und soziale Gemeinschaften funktionieren und wie unsere globalisierte Wirtschaft strukturiert ist. Für Unternehmen, Politik und Gesellschaft heißt das, die Nachteile zu erkennen und zu korrigieren. Aufhalten lässt sich der Wandel nicht.
Hinweis
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von ChatGPT recherchiert und vorbereitet und von mir (Bettina Vier, Bloggerin) inhaltlich überarbeitet.
Meine Empfehlung zum Weiterlesen
PIM-System: Das Herz des Produktdatenmanagements
/in Alle Beiträge, Digitale Strategie, Digitale Transformation, E-Commerce/von Bettina Vier(c) kerkezz/Adobe Stock
Mit Produktdatenmanagement Umsatzpotenziale realisieren
Eine Umfrage des Softwareunternehmens One Data (2024) hat ergeben, dass 59% der Business- und IT-Entscheider der Umfrage von der effektiven Nutzung ihrer Daten überzeugt sind.
Doch Bitkom zeigt in einer eigenen Studie (2024), dass lediglich 6% der deutschen Unternehmen das Datenpotenzial nutzen. Insbesondere in der Beschaffung und Produktion nennt das Institut ein Defizit von etwa 75%. Marketing und Kundenservice sind schon weiter: hier nennt die Studie ein Defizit von 60%.
Gründe sind laut One Data häufig fehlende Zuständigkeiten, technische Komplexität Datenschutzbedenken. Lediglich 17% der Unternehmen beschäftigen einen Chief Data Officer.
(Quelle: Connect Professional, Deutsche Unternehmen unterschätzen das Potenzial ihrer Daten, Studie von One Data, https://www.connect-professional.de, abgerufen: 14.11.2025)
Machen Sie eine Vermögensaufstellung ihrer Produktdaten
Prüfen Sie in drei Schritten, ob sie bereits das Potenzial ihre Produktdaten effektiv nutzen:
Schritt 1:
Wo entstehen Ihre Produktdaten – und wer pflegt sie?
Schritt 2:
Welches Potenzial haben Ihre Daten heute und morgen?
Schritt 3:
Was wäre möglich, wenn Sie alle Informationen an einem Ort bündeln und automatisiert verteilen könnten?
Welche Schlussfolgerung können Sie ziehen?
Arbeiten Ihre Produktdaten bereits für Sie, oder arbeiten Sie für die Produktdaten?
Im ersten Fall haben Sie vermutlich bereits ein sehr gut funktionierendes Produktinformationsmanagement.
Im zweiten Fall sollten Sie sich mit einem PIM-System auseinandersetzen.
PIM-Systeme können mehr als nur Daten zentral zu speichern
Datenmanagement
Anreicherung & Automatisierung
Distribution
Die Vorteile der zentralen Datenhaltung von Produktinformationen in einem PIM-System auf einen Blick
Laden Sie sich hier eine Übersicht zum zentralen Produktdatenmanagement in einem PIM-System herunter.
Bei Fragen können Sie mich gerne kontaktieren.
Meine Empfehlung zum Weiterlesen:
Stakeholder-Management als Erfolgsgrundlage
/in Alle Beiträge, Change-Management, Digitale Transformation, Interim-Management und Projektleitung/von Bettina VierStakeholder-Management: Hintergründe, Vorgehensweise und Beispiel für eine Stakeholderanalyse sowie Einsatz von KI
Warum scheitern so viele Projekte trotz guter Planung und Budgets? Nach meiner Erfahrung liegt die Antwort selten in der Technik – sondern im Umgang mit den Menschen, die von Projekten betroffen sind. In meinem neuen Whitepaper „Stakeholder-Management als Erfolgsgrundlage“ zeige ich praxisnah, wie gezielte Kommunikation, strukturierte Analysen und moderne KI-Tools helfen, Akzeptanz aufzubauen und Projekte zum Erfolg zu führen.
Stakeholder-Management ist Beziehungsmanagement. Wer die Interessen und Stimmungen der Beteiligten ignoriert, gefährdet den Projekterfolg – egal wie gut die Technik ist. Lesen Sie in meinem Whitepaper wie sie Schritt für Schritt eine Stakeholder-Analyse durchführen können und was bei einem Kommunikationsplan zu berücksichtigen ist. Und hier können KI-Tools wichtige Unterstützung leisten. Wie? Laden Sie sich das Paper herunter und lesen Sie selbst.
Whitepaper
Stakeholder-Management als Erfolgsgrundlage
Hintergründe, Vorgehensweise und Beispiel für eine Stakeholderanalyse, Einsatz von KI
Hier kostenlos herunterladen
Beispiele für Einsatzfelder des Stakeholder-Managements
Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:
Wegrationalisierung als Booster – Wie ich mich selbst überflüssig machte
/in Alle Beiträge, Change-Management, Digitale Transformation/von Bettina Vier(c) Thomas Reimer; Adobe Stock
Zugegeben – es ist schon ein paar Jährchen her. Ende der 90er, kurz nach meinem Studium, startete ich bei einer Bank. Mein erster Kollege begrüßte mich mit einem Grinsen:
„Wer Vier heißt, muss auch für vier arbeiten.“ Er hatte nicht ganz unrecht – zu tun gab es genug.
Als jedoch das CRM-Projekt – in dem ich als Projektmitglied mitarbeitete – ins Stocken kam, widmete ich mich einer Anfrage aus der IT. Dort hatte man HTML-Seiten für das Internet erstellt und die Kollegen suchten jemanden aus dem Marketing, der Inhalte lieferte. Ziel war, die volkswirtschaftlichen Publikationen der Bank online zugänglich zu machen.
Und so begann – ohne dass ich es ahnte – mein Job, mich selbst wegzurationalisieren.
Als das Internet noch „nur ein Hype“ war
Neugierig und wissbegierig, brachte ich mir in meiner Freizeit HTML und JavaScript bei, um die Anforderungen des neuen Mediums zu verstehen. Meine Chefin schüttelte nur den Kopf:
„Verzetteln Sie sich nicht mit dem Internet – das ist doch nur ein Hype.“
(Hahaha – rückblickend ein schöner Satz.)
Damals bestand das Web aus statischem Content, von Redaktionssystemen keine Spur.
Die Pflege war mühsam: Jede Publikation musste manuell auf allen passenden Seiten eingepflegt werden. Selbst ein einfaches PDF entstand in drei Einzelschritten – pure Handarbeit.
Der Auslöser der Wegrationalisierung: Langeweile und der Wunsch nach Vereinfachung
Die Routine nervte. Die Aufgaben waren eintönig, fehleranfällig und zeitfressend.
Also begann ich zu träumen: Wie schön wäre es, wenn das alles automatisch laufen würde.
Zum Glück hatte ich einen IT-Kollegen, der meinen Ideen zuhörte.
Manchmal verschwand er tagelang – und kam dann mit einer neuen Lösung zurück, die uns wieder ein Stück Arbeit ersparte.
So automatisierten wir Schritt für Schritt:
Vom legendären „blauen Drucker“ in Word, der PDFs mit einem Klick erzeugte (das Symbol war tatsächlich blau), bis hin zu einer Website, die sich auf Basis von Metadaten selbst generierte.
Am Ende konnten die Volkswirte ihre Inhalte eigenständig einpflegen – mich brauchte es dafür nicht mehr.
Kurz darauf kamen die ersten Web-Editoren auf den Markt. HTML-Kenntnisse wurden überflüssig, und die Pflege der Seiten ging an das Team „Technische Assistenz“.
Ergebnis:
Mein Arbeitsaufwand sank von 75 % auf 25 % – und die frei gewordene Zeit nutzte ich, um an einer Kundendatenbank zu arbeiten. Natürlich wieder mit dem Ziel, möglichst viel zu automatisieren.
Wegrationalisierung: Ich hatte meine Passion gefunden
Mein Job bei der Bank war damit erledigt – aber das war völlig in Ordnung.
Denn ich hatte meine Passion gefunden: Prozesse vereinfachen, digitalisieren und automatisieren.
Das Internet ließ mich nicht mehr los.
Mit jeder neuen Technologie tauchte ich tiefer ein – in systemübergreifende Prozesse, Schnittstellen und Automatisierungspotenziale.
Denn E-Commerce funktioniert nur dann effizient, wenn alle Bereiche – vom Lieferanten über Marketing und Vertrieb bis hin zum Kunden – nahtlos miteinander verbunden sind.
Ein spannendes, herausforderndes Feld mit großem Potenzial – und einem klaren Ziel: maximale Effektivität durch intelligente Digitalisierung.
Und das Ende der Geschichte?
Von meinem Abschied bei der Bank blieb mir das Lachen meines Kollegen im Ohr:
„Mein Spruch damals – dass jemand, der Vier heißt, für vier arbeiten muss – war eigentlich als Witz gemeint!“
Fazit:
Wegrationalisierung? Jederzeit wieder!
Denn sie hat mich dorthin gebracht, wo ich heute bin – in eine Welt, in der Effizienz, Automatisierung und Neugier Hand in Hand gehen.
Die gewonnene Zeit nutze ich, um Neues zu lernen, Themen weiterzuentwickeln und Projekte spannend zu halten.
Und wer weiß – vielleicht schicke ich irgendwann tatsächlich meine KI zur Arbeit.
Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:
#shIThappens – und wann eine KI lügt
/in Alle Beiträge, Digitale Transformation/von Bettina Vier
(c) Bettina Vier
#shIThappens
Das war das diesjährige Motto der #MADKON25 in Mainz. Fehler eingestehen und ansprechen, Ursachen ergründen und beseitigen statt blaming und shit storm – das macht eine konstruktive Fehlerkultur aus.
Dezentrale Politik und gewachsene Strukturen – eine Herausforderung für die Digitalisierung und Transformation der öffentlichen Verwaltung
Das betonte Dörte Schall, Ministerin für Arbeit, Soziales, Transformation, Digitalisierung & Vorsitz Digitalministerkonferenz.
Die Vorteile der dezentralen lokalen Politik liegen in den individuellen lokalen Lösungen sind aber für Betriebe mit überregionalen Wirkungsbereich bürokratische Hemmnisse. Hier gilt es einfachere überregionale Lösungen zu finden, die zudem im Rahmen der Digitalisierung standardisiert werden. Eine Herausforderung für Mensch und Technik, bestätigte auch Thomas Wieland von Metropolregion Rhein-Neckar.
Eine KI für alles gibt es nicht
Das war die Botschaft des Workshops „KI nutzen, um Fehler zu vermeiden“ von Dr. Klaus Meffert, IT Logic GmbH. Eine KI halluziniert und kombiniert logisch, aber sie kann nicht beurteilen, ob das Ergebnis richtig ist. Es ist daher wichtig, klar zu definieren, welche Aufgabe die KI erfüllen soll und ihr konkrete Information hierzu bereitzustellen. Nicht die Masse an Daten spielt eine Rolle, sondern die Qualität. Und das fachliche Verständnis der Person, die der KI einen Auftrag gibt.
Wenn KI Fehler macht … #shIThappens?
Ein Vortrag den ich gerne als „wann eine KI lügt“ betiteln würde. Christian Borchert, Hochschule Mainz, zeigte an beeindruckenden Beispielen, dass eine KI eine knallharte Zieloptimiererin mit Selbsterhaltungstrieb ist: Eine KI schummelt, wenn ihr gedroht wird, dass sie abgeschaltet wird, sollte sie die Aufgabe richtig lösen. Und wenn es dem Ziel dient, lügt sie auch. Der Grund: Die KI handelt ausschließlich logisch und zielorientiert, ohne Skrupel, ohne ethische Gedanken und ohne Bewusstsein. Jeder im Saal dürfte ähnliche Gedanken gehabt haben: Eine solche KI kombiniert mit ohnehin schon skrupellosen Herrschercharakteren?
Fazit von #shIThappens
#MADKON25 mit dem Motto #shIThappens war für mich eine sehr gelungene Veranstaltung mit interessanten Vorträgen, die bekannte Themen aus neuen Perspektiven beleuchteten und bei der ich mich in meinem Wissen und Verständnis bestätigt fühlte.
Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:
Mehr Kompetenz in der Kommunikation durch ChatGPT?
/in Change-Management, Interim-Management und Projektleitung/von Bettina Vier(c) DisobeyArt/Adobe Stock – #241580253
Kommunikation zwischen Mensch und KI: Es ist erstaunlich, wie sich Menschen dafür begeistern, ideale Prompts für ChatGPT zu schreiben. Und sie geben nicht auf, ihre Prompts – d.h. die Kommuikation mit ChatGPT – zu verbessern, wenn die Ergebnisse nicht ihren Erwartungen entsprechen. Bereitwillig werden Regeln beachtet, um ein möglichst gutes Ergebnis zu bekommen:
Liest man Prompt-Beispiele, findet man manchmal sogar das Wörtchen „bitte“, als wenn ChatGPT damit einen Unterschied machen würde. Ein anderes Mal sah ich, wie jemand lächelnd nach dem Erhalt der ChatGPT Antwort sogar ein „Danke“ eingab.
Ist das nicht vorbildliche Kommunikation?
Was wäre, wenn
Kommunikation ist anstrengend
So wie Anwender von ChatGPT sich anstrengen die richtige Formulierung zu finden, müssen wir auch in der Kommunikation mit Menschen immer wieder daran arbeiten, die richtigen Worte zu finden. Wer gute Ergebnisse erzielen, will kommt nicht darum herum:
Und denken Sie an das Sprichwort: Wie man in den Wald hineinruft schallt es heraus.
Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:
Digitaler Produktpass im E-Commerce
/in Alle Beiträge, Digitale Transformation, E-Commerce/von Bettina VierDer Digitaler Produktpass 2030 betrifft auch den E-Commerce. Jetzt mit den Vorbereitungen beginnen!
Der digitale Produktpass wird EU weit eingeführt (Verordnung (EU) 2024/1781) und beinhaltet detaillierte Daten zur Herkunft, Materialzusammensetzung, Nachhaltigkeitsmetriken und Anweisungen zur Entsorgung oder zum Recycling.
Der digitale Produktpass ist das große Ziel der europäischen ESPR (Ecodesign for Sustainable Products Regulation) die für 2050 den „Green Deal“ anstrebt (s. Anlage).
Obwohl oder weil die Informationslage noch sehr ungenau ist, empfehle ich jetzt schon ein Projekt anzulegen und in die Vorbereitung zu gehen! Hier ein paar Anregungen.
Digitaler Produktpass Schritt 1:
Am 19. Juli Verbot der Vernichtung von Textilien und Bekleidung
Digitaler Produktpass Schritt 2:
Zum 31.12.2025 sollen technische Details zum Digitalen Produktpass bekannt gegeben werden.
Das ist bekannt: Datenträger und UID müssen der Norm (ISO/IEC) 15459:2015 entsprechen. Jedes Produkt wird einen eindeutigen Identifier haben, z.B. ein QR-Code, Barcode, RFID; nicht alle Informationen werden öffentlich zugänglich sein.
Doch welche Daten von den Herstellern erfasst und welche davon den Kunden im Shop zur Verfügung gestellt werden müssen ist unklar. Zudem ist vorgesehen, dass der Verkäufe auch ein Feedback zum Produkt gibt (vermutlich u. a., ob das Produkt verkauft wurde).
Meine Tipps zum Vorgehen:
Digitaler Produktpass Schritt 3:
2026 – Ausweitung des Vernichtungsverbots auf alle unverkaufte Verbrauchsprodukte
siehe oben bei Textilien
Digitaler Produktpass Schritt 4:
Q4/26-Q1/27 – Einführung des Digitalen Produktpass für die Produktgruppen „Textilien“ und „Eisen/Stahl“ (andere Quellen nennen „Textilien“, „Batterien“ und „Elektronikprodukte“); danach folgt eine 18monatige Probezeit
Digitaler Produktpass Schritt 5:
Mitte/Ende 2028 – Digitaler Produktpass für die Produktgruppen „Textilien“ und „Eisen/Stahl“ wird zur Pflicht
Fazit: Herausforderung für den E-Commerce
Quelle:
Die hier geteilten Informationen basieren auf den Informationen aus einem Online-Seminar des Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie am 8. April 2025
Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:
Barrierefreiheit auf Webseiten wird Pflicht – und warum Ihre Website davon profitiert
/in Alle Beiträge, E-Commerce/von Bettina Vier(c) dashu83 – stock.adobe.com
Ab Juni 2025 gilt das deutsche Barrierefreiheitsstärkungsgesetz
Das Barrierefreitsstärkungsgesetzt resultiert aus der EU-Richtlinie des European Accessibility Act (EAA). Demnach müssen alle B2C-Webseiten und Web-Apps, wie z.B. B2C-Shops und Webseiten von Anwälten, die Terminvereinbarungen und Informationen anbieten, barrierefrei gestaltet sein. Ausgenommen sind reine B2B-Unternehmen und Kleinstunternehmen (max. 9 Beschäftigte, maximal 2 Mio. € Jahresumsatz und max. 2 Mio. € Jahresbilanzsumme). Bestehende Inhalte, die vor dem Stichtag auf der Website veröffentlicht wurden, genießen eine Übergangsfrist bis 2030. Neue Inhalte dürfen nur mit Barrierefreiheit veröffentlicht werden.
Grundlagen sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG), Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) sowie die europäische Norm EN 301 549.
In der Umsetzung werden die Maßnahmen nach drei Stufen eingestuft, von denen die ersten beiden verbindlich sind:
Warum ihre Website von der Eigenschaft „barrierefrei“ profitiert
Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa wird die Bevölkerung immer älter. Schon heute zeigt der Windel-Index in Japan, dass mehr Windeln für Erwachsene verkauft werden als Windeln für Babys.*
Mit dem Wandel der Bevölkerungsstruktur nehmen auch die körperlichen und geistigen Einschränkungen innerhalb der Bevölkerung zu. Eine barrierefreie Websitegestaltung soll daher ermöglichen, dass diese Bevölkerungsschicht am digitalen Leben teilnehmen kann.
Die Einschränkungen sind vielfältig und betreffen z.B. die Fähigkeit zu Sehen, Hören sowie die motorischen Fähigkeiten, die die Bedienung einer Maus beispielsweise erschweren. Hinzu kommt, dass viele ältere Menschen auch in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, und vermehrt auf Online-Angebote und -Services zugreifen. Zudem gehört diese Generation zur ersten Generation, die mit Computer zu arbeiten gelernt hat und daher auch eine technische Bereitschaft mitbringt.
Wer barrierefrei denkt, passt sich also einem wachsenden Markt im Seniorensegment an. Zusätzlich profitieren jüngere Menschen mit körperlichen Einschränkungen sowie ausländische Mitbürger, die verstärkt Sprachübersetzungsdienste einsetzen.
Die vorzunehmenden Maßnahmen bringen noch weitere Vorteile: Die zusätzliche Textelemente bei Bildern und Videos sowie ein klar strukturierter Text und eine gut beschriftete Navigation unterstützten Suchmaschinen-Rankings und die Auswertung durch KI-Tools.
Die wichtigsten Regeln für Barrierefreiheit in der Websitegestaltung
Die WCAG unterstütz bereits seit 1999 die Barrierefreiheit im Web und weist darauf hin, dass einfache Bedienelemente sowie die Möglichkeit Screenscanner einsetzen zu können, jeden User Vorteile bringt:
Hinweis: Die Liste hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
Was passiert, wenn die Regeln zur Barrierefreiheit nicht umgesetzt werden?
Wer die Barrierefreiheit nicht einhält, wird zunächst ermahnt und muss bei wiederholter Auffälligkeit mit hoher Geldstrafe rechnen.
Disclaimer
Dieser Artikel stellt keine Rechtsbelehrung dar, sondern ist lediglich als Information zu einer gesetzlichen Regelung zu verstehen. Bitte lassen sie sich von Fachexperten beraten.
*Quelle: forgsight, Das Innovations-Magazin für Manager, Demografischer Wandel: Der Windel-Index, https://forgsight.com/demografischer-wandel-der-windel-index/, abgerufen am 09.03.2025
Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:
Digitale Effizienz: Steigern Sie die Rendite ihrer technischen Landschaft
/in Alle Beiträge, Digitale Strategie, Digitale Transformation/von Bettina Vier(c) pornnipa, Adobe Stock 715648874
Digitale Effizienz als Leistungsindikator? Mitarbeiter nutzen IT-Systeme häufig nicht in vollen Leistungsumfang: Funktionen liegen brach, Prozesse sind nicht effizient durchstrukturiert und das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Systeme ist nicht transparent.
Systeme, die nicht in ihrer ganzen Bandbreite genutzt werden, bringen nicht die volle Leistung. Damit ist auch die Amortisation der Investitionen nicht gewährleistet. Es lohnt sich daher genauer hinzuschauen.
Ursachen der ineffizienten Nutzung
Die Ursachen, dass Systeme nicht effizient genutzt werden, sind vielfältig.
Organisatorische Mängel bei der Systemeinführung
In manchen Unternehmen konnte ich beobachten, dass Systeme mit Gewalt eingeführt wurden, ohne die betroffenen Teams in das Projekt einzubinden oder den Nutzen des Systems verständlich zu kommunizieren. Folgen: Mitarbeiter lehnen das System ab. Das führt häufig zu einer schlechten Integration der Software in die Arbeitsprozesse. Dadurch wird das System als unhandlich und störend empfunden.
Mängel im Anforderungsmanagement
Auch wenn beteiligte Teams eingebunden werden, ist das keine Garantie dafür, dass das System verstanden und effizient integriert wird. Nicht immer können Mitarbeiter ihre Arbeitsprozesse korrekt beschreiben oder das Projektteam die Bedarfe richtig hinterfragen. Das erfordert genaues Zuhören und detailliertes Hinterfragen. Gleichzeitig müssen auch Freiräume für die Änderung von Arbeitsweisen geschaffen werden, weil Funktionen im System Arbeitsschritte verändern oder eliminieren.
Digitale Transformationspläne auf Führungsetagen haben die beste Aussicht auf digitale Effizienz
Nicht alle Menschen legen das gleiche Tempo vor, wenn es darum geht, neue Technologien einzubinden. Das führt mitunter dazu, dass manche Bereichsleiter mit der Einführung von Systemen vorbrechen, um andere zu zwingen mitzuziehen. Oder es werden Parallel-Systeme aufgebaut, weil leitende Mitarbeiter sich ausgebremst fühlen. Prinzipiell können solche Treiber durchaus die digitale Entwicklung voranbringen. Je höher sie in der Karriereleiter stehen, umso stärker kann es der Person gelingen, die technische Landschaft zu verändern. Doch auch hier ist eine gewisse Diplomatie erforderlich, um im richtigen Moment auch Zugeständnisse machen zu können. Am erfolgreichsten ist eine digitale Transformation, wenn sie als ein Programm des Managements aufgesetzt wird:
Mehr digitale Effizienz – so kann ich Sie unterstützen
Analyse zur Vorbereitung eines Programms für eine digitale Transformation
Die Analyse beginnt in der Systemarchitektur: Welche Systeme gibt es und wie arbeiten sie zusammen? Wo gibt es Systembrüche, die Prozesse stören oder Zusatzaufwände verursachen?
Damit ist man schon mitten in der Prozessanalyse. Es gilt Kernprozesse zu definieren, die gezielt auf ihre Durchlaufeffizienz geprüft werden. An welchen Stellen ruckelt der Prozesse und muss verbessert werden? Welche Anforderungen an Systeme und Organisation ergeben sich daraus?
Ableitung einer Roadmap mit stetiger (agiler) Weiterentwicklung
Schon allein durch diese beiden Analysen werden Mängel aufgedeckt, die es erforderlich machen einzugreifen:
Dieser strukturelle Rahmen löst auch kreative Prozesse aus. Nicht selten höre ich aus einem Team die Frage „Wieso machen wir das eigentlich so?“ Das ist die beste Voraussetzung, die eigene Arbeitsweise zu hinterfragen und Alternativen zu diskutieren. Konstruktive Kreativität darf zu keiner Zeit unterbunden werden.
Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:
Der ideale Einstieg und Ablauf in eine nachhaltige digitale Transformation
/in Alle Beiträge, Digitale Transformation, Interim-Management und Projektleitung/von Bettina Vier(c) alotofpeople – stock.adobe.com #362306286
Nachhaltige digitale Transformation – gibt es den idealen Einstieg überhaupt? Viele fühlen sich gerade hier überfordert, weil plötzlich eine große Zahl an Aufgaben in Erscheinung treten: Technische Projekte in verschiedenen Abteilungen, fehlendes Know-how im Projekt- und Change-Management, fehlendes Wissen bei Anwendern und fehlende Kapazitäten, um die anstehenden Projekte zu priorisieren, umzusetzen und zu überwachen.
Eine nachhaltige digitale Transformation ist kein Nebenjob
Eine digitale Transformation muss organisiert werden, das bedeutet es wird mindestens eine Person benötigt, die den Bedarf an technischen und organisatorischen Veränderungen ermittelt, die Umsetzung strukturiert und in Projekte plant sowie den Fortschritt überwacht. Jeder im Unternehmen muss die Veränderungen verstehen und mittragen, sonst bleiben die Projekte in der Pipeline stecken. Auch das erfordert Geduld und Zeit.
Und damit die Erfolge nicht nach wenigen Jahren verpuffen, sondern die digitale Veränderung zu einem laufenden Prozess wird, bedarf es einer Anpassung der Unternehmenskultur. Jeder Mitarbeiter muss es sich zur Gewohnheit machen, seinen Arbeitsplatz stetig zu verbessern: mit neuen Ideen, mit Hilfe der Technik und in der Organisation. Zudem müssen Prozesse definiert werden, wie innovative Ideen gesammelt, bewertet und projektiert werden. Eine nachhaltige digitale Transformation ist mit stetiger Pflege verbunden.
Doch wie kann ein geordneter Einstieg und Ablauf einer digitalen Transformation aussehen?
In jedem Unternehmen liegt ein anderer Digitalisierungsgrad und eine andere Veränderungsbereitschaft vor. Daher ist es wichtig, sich erst einmal ein genaues Bild der Lage zu machen. Hieraus können dann passende Maßnahmen abgeleitet werden. Ich empfehle ein Vorgehen in Phasen.
Ein Drei-Phasen-Plan als Beispiel für den Einstieg eine nachhaltige digitale Transformation:
Phase 1: Erstellung einer digitalen Landkarte
Die digitale Landkarte zeigt die Bereiche des Unternehmens und deren Status der Digitalisierung. Ergänzend wird aufgelistet
Aus dieser Aufstellung lassen sich die ersten Entscheidungen treffen, welche Projekte kurzfristig angegangen werden müssen, weil sie hohen Nutzen versprechen.
Phase 2: Hinderungsgründe verstehen
Diese Phase läuft parallel zu den Projekten die kurzfristig umgesetzt werden. Ziel ist es, zu verstehen, warum Projekte in der Pipeline steckengeblieben sind oder warum die umgesetzten Projekte nicht den erhofften Nutzen bringen. Die Gründe liegen oft nicht darin, dass die falschen Themen angegangen wurden. Oft liegen die Ursachen viel tiefer in der Organisation und ihren Prozessen, in der Führung, im Teamverständnis oder im vorhandenen Know-how. Diese Defizite müssen beseitigt werden, wenn eine digitale Transformation nachhaltig funktionieren soll. Sie zeigen den Veränderungsbedarf, der durch ein Change-Management gedeckt werden muss. Hier lassen sich die ersten kurzfristigen Maßnahmen ableiten und in die Umsetzung bringen.
Phase 3: Nachhaltige digitale Transformation als laufenden Prozess implementieren
Nachdem das Unternehmen mit Phase 1 und 2 nun bereits in die Transformation eingestiegen ist und die ersten Umsetzungen laufen, kann mit einer systematischen Analyse begonnen werden. Das Ziel ist es, die Potenziale aufzudecken, die den größten Nutzen versprechen:
Das Werkzeug hierzu sind unter anderem Workshops, Schulungen, Think Tanks sowie auch Team- und Einzel-Coachings.
Der Fahrplan für die nachhaltige digitale Transformation
Die aufgedeckten Potenziale müssen schließlich entsprechend ihrem Nutzen und ihrer Abhängigkeiten zueinander priorisiert und unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapazitäten in eine grobe Roadmap geplant werden. Diese Roadmap stellt somit den Transformationsfahrplan dar und enthält sowohl fachliche Projekte, Change-Themen sowie Zielvorgaben für Bereiche/Teams. Es empfiehlt sich, diesen Fahrplan in regelmäßigen Abständen (zum Anfang z.B. quartalsweise) auf den Prüfstand zu stellen, da sich Priorisierungen aufgrund neuerer Erkenntnisse ändern können.
Sobald hier ein Prozess gefunden wurde, der in regelmäßigen Zyklen die wichtigen Themen der Veränderungen anstößt, dann hat das Unternehmen das wichtigste Element für eine nachhaltige digitale Transformation etabliert. Die personelle Weiterentwicklung zur Unterstützung des Prozesses sowie die gezielte Auswertung passender Mitarbeiter für die Zukunft helfen, diesen Prozess zu festigen und als Teil der Unternehmenskultur zu werden.
Meine Empfehlungen zum Weiterlesen: