Dieser Blog-Themenbereich behandelt strategische, organisatorische und technische Themen rund um den E-Commerce. Nur wenn die Basis stimmt, können die Endpunkte wie Online-Shop, Extranets, Marktplätze und Marketing-Kampagnen den gewünschten Umsatz liefern.

Wirtschaftsmacht E-Commerce: Wie der Onlinehandel die Wirtschaft transformiert

Wirtschaftsmacht E-Commerce

(c) Bettina Vier

Der Onlinehandel hat sich nicht zuletzt durch die Corona Pandemie zu einem zentralen wirtschaftlichen Motor und Kampfplatz der Supermächte entwickelt. Was zur Jahrtausendwende mit einfachen Webshops begann, ist heute ein globales Ökosystem aus spezialisierten und KI-gestützten Backend-Systemen, Online-Shops, digitalen Marktplätzen, Logistiknetzwerken, Zahlungsdienstleistern und automatisierten Prozessen im Online-Marketing.

Marktmacht E-Commerce: Der aktuelle Stand in Deutschland und Europa

  • In Deutschland wächst der Onlinehandel: Laut einer aktuellen Studie des EHI Retail Institute und der ECDB verzeichneten die 1.000 umsatzstärksten B2C-Onlineshops 2024 einen Netto-E-Commerce-Umsatz von 80,4 Mrd. Euro — ein nominales Wachstum von 3,8 % bzw. +2,9 Mrd. Euro. (Quelle: EHI Retail Institute, abgerufen 29.11.2025) Damit wuchs der Online-Handel fast doppelt so stark wie der stationäre Handel, der mit 2% zulegte (EHI Handelsdaten, abgerufen 29.11.2025).
  • Der Verband HDE (Handelsverband Deutschland) prognostiziert für 2025 ein Wachstum um etwa 4 %, womit der Online-Handelsumsatz in Deutschland auf rund 92,4 Mrd. Euro steigen könnte. (Quelle: Cross-Border E-commerce Magazine+1, abgerufen 29.11.2025)
  • Auf Wachstumskurs befinden sich laut Markt & Mittelstand B2C-Produkte der Kategorien Lebensmittel, Drogerieartikel, schnelllebige Konsumgüter (FMCG) sowie Second-Hand-Waren. (Quelle: Markt & Mittelstand+1, abgerufen 29.11.2025)
  • Auf europäischer Ebene zeigt sich ähnliches Wachstum: Laut einer Prognose des Beratungsunternehmens Forrester soll der Online-Einzelhandel in den fünf großen Volkswirtschaften (darunter Deutschland) bis 2029 mit einer jährlichen Wachstumsrate von durchschnittlich 7,8 % wachsen. (Quelle: onlinemarktplatz.de+1, abgerufen 29.11.2025)

Diese Zahlen zeigen deutlich: Der E-Commerce stabilisiert sich nach dem Pandemie-Boom nicht nur auf einem höheren Niveau, sondern wächst weiter. Damit festigt er seine Rolle als wichtiger Verkaufskanal im Einzelhandel.

Herausforderungen und kritische Aspekte

Mit steigender Relevanz des E-Commerce steigt der Wettbewerbsdruck und der staatliche Eingriff, um Betrug und negative gesellschaftliche Folgen zu vermeiden.

  • Konzentration und Marktmacht: Große Plattformen und Marktplätze dominieren den Markt — kleinere Händler haben oft Schwierigkeiten mitzuhalten. Das kann zu Monopol- oder Oligopol-Strukturen führen und Konkurrenz verzerren.
  • Druck auf stationären Einzelhandel und lokale Anbieter: Besonders lokale und kleinere Geschäfte leiden. Sie verlieren Kunden, Umsatz und oft auch ihre Existenzgrundlage, wenn sie ihr Geschäftsmodell nicht ändern.
  • Ökologische und soziale Fragen: Schneller Versand, Retouren, Verpackungsmüll und steigende Logistikbelastung bedeuten ökologische Kosten. Auch Arbeitsbedingungen in Versand und Logistik stehen oft in der Kritik.
  • Abhängigkeit von Technologie und Infrastruktur: E-Commerce braucht stabile Internetanbindungen, ausgefeilte IT- und Logistik-Infrastruktur. Ein Umfeld, das von Marktplätzen angeboten wird, aber für den eigenen Online-Shop erst aufgebaut werden muss.
  • Regulierungen erschweren einen rechtssicheren Onlinehandel: Staatliche Vorgaben wie z.B. die Datenschutzbestimmungen, das Verpackungsgesetz, die Produktsicherheitsverordnung oder auch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz erhöhen die Komplexität und den technischen Aufwand für Online-Shop-Betreiber. Die Regularien stellen daher für viele Gründer eine immer höhere Hürde für den Online-Markteintritt dar.

Was die Marktmacht E-Commerce für Wirtschaft und Gesellschaft bedeutet

Die Marktmacht des E-Commerce beeinflusst immer stärker die Einzelhandelsstruktur und das Verbraucherverhalten. Das hat positive und negative Auswirkungen:

  • Für die Wirtschaft bedeutet der E-Commerce neue Wachstumsmärkte, Innovationen, Wettbewerbsdruck und gleichzeitig Herausforderungen für traditionelle Handelsmodelle.
  • Für den Arbeitsmarkt ist der Strukturwandel bereits im Gange: neue Jobs in Logistik, IT und Data Analytics, aber auch verstärkte Automatisierung in diesen Bereichen durch KI. Im Einzelhandel wächst der Druck ebenfalls stärker zu digitalsieren und geeignete Fachkräfte zu finden.
  • Verbraucherinnen und Verbraucher freuen sich einerseits über mehr Auswahl, oft günstigere Preise und bequemeren Einkauf. Aber Sie müssen sich auch mit Fragen nach Nachhaltigkeit, Datenschutz und fairen Arbeitsbedingungen auseinandersetzen.
  • Für die soziale Gemeinschaft bedeutet der Online-Einkauf, dass Menschen noch stärker in ihren vier Wänden bleiben und der soziale Kontakt abnimmt. Das führt immer mehr zum Gefühl der Vereinsamung und trägt zudem dazu bei, dass die Entwicklung der sozialen Kompetenz vernachlässigt wird.
  • Mit Blick auf die Stadt- und Regionalentwicklung ist bereits heute schon zu beobachten, dass der traditionelle Einzelhandel nicht nur aufgrund fehlender Nachfolger, sondern auch durch die Marktmacht E-Commerce ausgedünnt wird. Damit verlieren Innenstädte an Attraktivität und benötigen neue Ansätze, um als Raum für soziale Gemeinschaften und für die lokale Versorgung wahrgenommen zu werden.

Fazit

Die „Wirtschaftsmacht E-Commerce“ ist real — und wird weiter wachsen. Über den Online-Handel drängen verstärkt internationale Händler auf den nationalen Markt, die aufgrund ihrer lokalen Rahmenbedingungen Vorteile ausspielen können. Dadurch werden Logistikprozesse und die Frage der Nachhaltigkeit eine immer größere Bedeutung gewinnen.

Das Verbraucherverhalten hat sich bereits jetzt schon signifikant verändert: Innenstädte werden immer stärker zur Bummelmeile, während der Einkauf zum Teil online stattfindet. Während der Online-Einkauf auf der einen Seite als Zeitersparnis und bequem wahrgenommen wird, steigen auf der anderen Seite das Risiko der Überschuldung und Vereinsamung.

Der Onlinehandel verändert damit, wie wir einkaufen, wie Unternehmen wirtschaften, wie Städte und soziale Gemeinschaften funktionieren und wie unsere globalisierte Wirtschaft strukturiert ist. Für Unternehmen, Politik und Gesellschaft heißt das, die Nachteile zu erkennen und zu korrigieren. Aufhalten lässt sich der Wandel nicht.

Hinweis

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von ChatGPT recherchiert und vorbereitet und von mir (Bettina Vier, Bloggerin) inhaltlich überarbeitet.

 

Meine Empfehlung zum Weiterlesen

PIM-System: Das Herz des Produktdatenmanagements

Mit Produktdatenmanagement Umsatzpotenziale realisieren

(c) kerkezz/Adobe Stock

Mit Produktdatenmanagement Umsatzpotenziale realisieren

Eine Umfrage des Softwareunternehmens One Data (2024) hat ergeben, dass 59% der Business- und IT-Entscheider der Umfrage von der effektiven Nutzung ihrer Daten überzeugt sind.

Doch Bitkom zeigt in einer eigenen Studie (2024), dass lediglich 6% der deutschen Unternehmen das Datenpotenzial nutzen. Insbesondere in der Beschaffung und Produktion nennt das Institut ein Defizit von etwa 75%. Marketing und Kundenservice sind schon weiter: hier nennt die Studie ein Defizit von 60%.

Gründe sind laut One Data häufig fehlende Zuständigkeiten, technische Komplexität Datenschutzbedenken. Lediglich 17% der Unternehmen beschäftigen einen Chief Data Officer.

(Quelle: Connect Professional, Deutsche Unternehmen unterschätzen das Potenzial ihrer Daten, Studie von One Data, https://www.connect-professional.de, abgerufen: 14.11.2025)

 

Machen Sie eine Vermögensaufstellung ihrer Produktdaten

Prüfen Sie in drei Schritten, ob sie bereits das Potenzial ihre Produktdaten effektiv nutzen:

Schritt 1:
Wo entstehen Ihre Produktdaten – und wer pflegt sie?

Schritt 2:
Welches Potenzial haben Ihre Daten heute und morgen?

Schritt 3:
Was wäre möglich, wenn Sie alle Informationen an einem Ort bündeln und automatisiert verteilen könnten?

 

Welche Schlussfolgerung können Sie ziehen?

Arbeiten Ihre Produktdaten bereits für Sie, oder arbeiten Sie für die Produktdaten?

Im ersten Fall haben Sie vermutlich bereits ein sehr gut funktionierendes Produktinformationsmanagement.

Im zweiten Fall sollten Sie sich mit einem PIM-System auseinandersetzen.

 

PIM-Systeme können mehr als nur Daten zentral zu speichern

Datenmanagement

  • Zentralisierung aller produktrelevanten Informationen
  • Konsolidierung heterogener Datenquellen
  • Validierung und Datenqualität („Single Source of Truth“)

Anreicherung & Automatisierung

  • Kontextualisierung und dynamische Attribute
  • KI-gestützte Übersetzungen & Analysen
  • Regelbasierte Datenanreicherung

Distribution

  • Ausspielung an Shops, Marktplätze, ERP, CRM
  • Generierung digitaler Kataloge & individueller Datenpakete
  • Unterstützung von Marketing, Vertrieb & Service

Die Vorteile der zentralen Datenhaltung von Produktinformationen in einem PIM-System auf einen Blick

  • Höhere Datenqualität → weniger Fehler, konsistente Informationen
  • Beschleunigte Produktentwicklung durch vollständige Datenbasis
  • Optimierte Prozesse in Beschaffung, Vertrieb, Service
  • Compliance & Regularien leichter umsetzbar
  • Bessere Partner- & Lieferantenzusammenarbeit
  • Time-to-Market beschleunigt
  • Internationale Skalierung & Omnichannel
  • Besseres Kundenerlebnis durch konsistente Produktinformationen

PIM-System: Das Herz des Produktdatenmanagements

 

Laden Sie sich hier eine Übersicht zum zentralen Produktdatenmanagement in einem PIM-System herunter. 

Bei Fragen können Sie mich gerne kontaktieren.

 

 

 

 

 

Meine Empfehlung zum Weiterlesen:

Digitaler Produktpass im E-Commerce

Der Digitaler Produktpass 2030 betrifft auch den E-Commerce. Jetzt mit den Vorbereitungen beginnen!

Digitaler Produktpass im E-Commerce

Der digitale Produktpass wird EU weit eingeführt (Verordnung (EU) 2024/1781) und beinhaltet detaillierte Daten zur Herkunft, Materialzusammensetzung, Nachhaltigkeitsmetriken und Anweisungen zur Entsorgung oder zum Recycling.

Der digitale Produktpass ist das große Ziel der europäischen ESPR (Ecodesign for Sustainable Products Regulation) die für 2050 den „Green Deal“ anstrebt (s. Anlage).

Obwohl oder weil die Informationslage noch sehr ungenau ist, empfehle ich jetzt schon ein Projekt anzulegen und in die Vorbereitung zu gehen! Hier ein paar Anregungen.

 

Digitaler Produktpass Schritt 1:

Am 19. Juli Verbot der Vernichtung von Textilien und Bekleidung

  • Zur Vernichtung müssen Alternativen gefunden und der Verbleib, der nicht verkauften Ware, dokumentiert werden. Das gilt auch für E-Commerce-Händler.
  • Die Sortimentsanalyse für den Verkauf und die damit einhergehenden Prozesse der Bestellungen müssen neu gedacht werden. Die chinesischen Konkurrenten setzen schon längst KI ein, um neue Modelle im Verkauf zu testen und gehen zunächst nur mit kleinen Mengen auf den Markt: Kleiderproduktion just in time.
  • Chance auf Marktplätzen: Welcher Händler ist out of stock und wer kann liefern oder hat ein alternatives Produkt? Aktives Marktplatzmanagement ist gefragt.

 

Digitaler Produktpass Schritt 2:

Zum 31.12.2025 sollen technische Details zum Digitalen Produktpass bekannt gegeben werden.

Das ist bekannt: Datenträger und UID müssen der Norm (ISO/IEC) 15459:2015 entsprechen. Jedes Produkt wird einen eindeutigen Identifier haben, z.B. ein QR-Code, Barcode, RFID; nicht alle Informationen werden öffentlich zugänglich sein.

Doch welche Daten von den Herstellern erfasst und welche davon den Kunden im Shop zur Verfügung gestellt werden müssen ist unklar. Zudem ist vorgesehen, dass der Verkäufe auch ein Feedback zum Produkt gibt (vermutlich u. a., ob das Produkt verkauft wurde).

 

Meine Tipps zum Vorgehen:

  • Jetzt schon prüfen, wo die erforderlichen Daten gespeichert werden sollen – idealerweise besitzen Sie bereits ein PIM-System. Wenn nicht, sollten Sie jetzt darüber nachdenken eins einzuführen.
  • Welche Schnittstellen werden angepasst werden müssen, um die Daten an weitere Online-Systeme (z.B. Marktplätze) weitergeben zu können?
  • Sprechen Sie mit Ihren Systemberatern, ob ihr System zukünftig die Verarbeitung der DPP-Daten berücksichtigen wird.
  • Im Shop: Prüfen Sie jetzt schon, wie sie die zusätzlichen Informationen in Ihrem Shop auf den Produktseiten darstellen könnten. Bereiten Sie sich auch darauf vor, dass es für ein Produkt in Zukunft verschiedene Chargen geben wird, weil die „Rohstoffe“ aus verschiedenen Ländern kommen.

 

Digitaler Produktpass Schritt 3:

2026 – Ausweitung des Vernichtungsverbots auf alle unverkaufte Verbrauchsprodukte

siehe oben bei Textilien

 

Digitaler Produktpass Schritt 4:

Q4/26-Q1/27 – Einführung des Digitalen Produktpass für die Produktgruppen „Textilien“ und „Eisen/Stahl“ (andere Quellen nennen „Textilien“, „Batterien“ und „Elektronikprodukte“); danach folgt eine 18monatige Probezeit

  • Die Themen, die Sie bis dahin gesammelt und vorbereitet haben, müssen nun konkretisiert und umgesetzt werden.

 

Digitaler Produktpass Schritt 5:

Mitte/Ende 2028 – Digitaler Produktpass für die Produktgruppen „Textilien“ und „Eisen/Stahl“ wird zur Pflicht

 

Fazit: Herausforderung für den E-Commerce

  • Die primäre Herausforderung wird bei der Verwaltung der Produktdaten und dem Nachweis des Verbleibs der Bestände liegen.
  • Die Webseiten müssen inhaltlich angepasst werden, damit Verbraucher die Daten einsehen können. Hier muss neben der Produktdatenstruktur auch die Mehrsprachigkeit berücksichtigt werden.
  • Wer seine Produkte auf andere Plattformen vertreibt muss auch dort die Informationen zur Verfügung geben und Rückmeldungen an das zentrale System geben. Das bedeutet die Anpassung aller relevanten Schnittstellen.

 

Quelle:

Die hier geteilten Informationen basieren auf den Informationen aus einem Online-Seminar des Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie am 8. April 2025

 

Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:

 

 

Barrierefreiheit auf Webseiten wird Pflicht – und warum Ihre Website davon profitiert

Barrierefreiheit im Internet.

(c) dashu83 – stock.adobe.com

Ab Juni 2025 gilt das deutsche Barrierefreiheitsstärkungsgesetz

Das Barrierefreitsstärkungsgesetzt resultiert aus der EU-Richtlinie des European Accessibility Act (EAA). Demnach müssen alle B2C-Webseiten und Web-Apps, wie z.B. B2C-Shops und Webseiten von Anwälten, die Terminvereinbarungen und Informationen anbieten, barrierefrei gestaltet sein. Ausgenommen sind reine B2B-Unternehmen und Kleinstunternehmen (max. 9 Beschäftigte, maximal 2 Mio. € Jahresumsatz und max. 2 Mio. € Jahresbilanzsumme). Bestehende Inhalte, die vor dem Stichtag auf der Website veröffentlicht wurden, genießen eine Übergangsfrist bis 2030. Neue Inhalte dürfen nur mit Barrierefreiheit veröffentlicht werden.

Grundlagen sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG), Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) sowie die europäische Norm EN 301 549.

In der Umsetzung werden die Maßnahmen nach drei Stufen eingestuft, von denen die ersten beiden verbindlich sind:

  • Stufe A = MUSS
  • Stufe AA = SOLL
  • Stufe AAA = KANN

Warum ihre Website von der Eigenschaft „barrierefrei“ profitiert

Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa wird die Bevölkerung immer älter. Schon heute zeigt der Windel-Index in Japan, dass mehr Windeln für Erwachsene verkauft werden als Windeln für Babys.*

Mit dem Wandel der Bevölkerungsstruktur nehmen auch die körperlichen und geistigen Einschränkungen innerhalb der Bevölkerung zu. Eine barrierefreie Websitegestaltung soll daher ermöglichen, dass diese Bevölkerungsschicht am digitalen Leben teilnehmen kann.

Die Einschränkungen sind vielfältig und betreffen z.B. die Fähigkeit zu Sehen, Hören sowie die motorischen Fähigkeiten, die die Bedienung einer Maus beispielsweise erschweren. Hinzu kommt, dass viele ältere Menschen auch in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, und vermehrt auf Online-Angebote und -Services zugreifen. Zudem gehört diese Generation zur ersten Generation, die mit Computer zu arbeiten gelernt hat und daher auch eine technische Bereitschaft mitbringt.

Wer barrierefrei denkt, passt sich also einem wachsenden Markt im Seniorensegment an. Zusätzlich profitieren jüngere Menschen mit körperlichen Einschränkungen sowie ausländische Mitbürger, die verstärkt Sprachübersetzungsdienste einsetzen.

Die vorzunehmenden Maßnahmen bringen noch weitere Vorteile: Die zusätzliche Textelemente bei Bildern und Videos sowie ein klar strukturierter Text und eine gut beschriftete Navigation unterstützten Suchmaschinen-Rankings und die Auswertung durch KI-Tools.

Die wichtigsten Regeln für Barrierefreiheit in der Websitegestaltung

Die WCAG unterstütz bereits seit 1999 die Barrierefreiheit im Web und weist darauf hin, dass einfache Bedienelemente sowie die Möglichkeit Screenscanner einsetzen zu können, jeden User Vorteile bringt:

  • Website muss unabhängig vom Gerät genutzt werden können
  • Klare und leicht verständliche Sprache; dabei auch auf Abkürzungen verzichten oder diese in Klammern auflösen
  • Textalternativen für Bilder und Multimediaelemente, die von Screenreadern gelesen werden können. Allerdings nur, wenn sie relevante Informationen enthalten. Medien ohne Alternativtext werden von Screenreadern ignoriert.
  • Kontraste bei Farbkombinationen sowie lesbare Schrifttypen und skalierbare Schriftgrößen einsetzen, um Menschen mit Seheinschränkungen das Lesen zu erleichtern.
  • Die Navigierbarkeit mit Tastatur sowie große Buttons hilft Menschen mit Seheinschränkungen und motorischen Schwierigkeiten.
  • Klare Strukturen und Organisation einer Webseite unterstützen Screenreader. Dazu gehören auch Verlinkungen mit sinnvollen Link-Texten.
  • Animierte Elemente die stark Flackern und Blinken vermeiden, da sie z.B. Sehstörungen verstärken.
  • Videos und Audiodatei müssen Untertitel haben oder Transkriptionen (Darstellung der gesprochenen Sprache in Text) ermöglichen, damit sie von Screenreadern gelesen werden können.
  • Neben optischen Signalen sollen auch akustische Signale auf Ereignisse hinweisen.

Hinweis: Die Liste hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Was passiert, wenn die Regeln zur Barrierefreiheit nicht umgesetzt werden?

Wer die Barrierefreiheit nicht einhält, wird zunächst ermahnt und muss bei wiederholter Auffälligkeit mit hoher Geldstrafe rechnen.

Disclaimer

Dieser Artikel stellt keine Rechtsbelehrung dar, sondern ist lediglich als Information zu einer gesetzlichen Regelung zu verstehen. Bitte lassen sie sich von Fachexperten beraten.

*Quelle: forgsight, Das Innovations-Magazin für Manager, Demografischer Wandel: Der Windel-Index, https://forgsight.com/demografischer-wandel-der-windel-index/, abgerufen am 09.03.2025

Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:

 

Online-Handel: China ist dank KI stärkste Nation

Mit KI die eigenen Grenzen im Online-Handel erweitern

(c) Александр Бердюгин – stock.adobe.com #766872462

China liegt im Umsatz Online-Handel nicht nur weit vor den USA, selbst USA und Europa zusammen reichen nicht an China heran. Dabei wird der Umsatz nicht ausschließlich im eigenen Land generiert. Längst haben sich E-Commerce-Giganten aus China international etabliert und schröpfen den Markt ab. Zum Vergleich (Umsätze):
China: 2.179 Mrd. US
USA: 981 Mrd. US
Deutschland: 113 Mrd. US

Beispiel Shein – E-Shop für Mode:

Der Erfolg basiert auf niedrige Einstiegsproduktionen und niedrigen Preisen. Neue Modelle werden in geringen Mengen aufgelegt und erst dann in der Produktion hochgefahren, wenn der Verkauf funktioniert. Dafür wird KI eingesetzt, die aufgrund der Kaufverhalten Trends erkennt und sofort das Angebot anpasst. Traditionelle europäische Händler, planen ihre Trends mind. ein Jahr im Voraus und das nach Saison.

Beispiel Alibaba – Weltweit der größte B2B-Online-Handel:

Auch hier wird auf ein breites Sortiment und das Sammeln von Daten gesetzt. Alibaba vermittelt zwischen Anbietern und Käufern und stellt aufgrund der Suchen und Angebote Kontakte her. Für die Auslieferung werden lokale Hubs gebaut. Ohne KI nicht kurzfristig umsetzbar.

Beispiel Ali-Express – B2C-Marktplatz (gehört zu Alibaba)

Über diesen Marktplatz können chinesische Händler direkt international an Endverbraucher verkaufen. Der Marktplatz ist auf dem Vormarsch, wird aber noch durch die Einfuhrbestimmungen der europäischen Länder gebremst. Viele Verbraucher sind mit den Zoll- und Lieferbedingungen noch überfordert. Ähnlich wie bei Amazon werden auch auf dieser Plattform KI-Lösungen eingesetzt, die den Käufern nach Bedarf Angebote zuspielen.

China nutzt aber auch bereits in Europa etablierte Online-Plattformen, um Marktanteile zu gewinnen, wie Amazon oder ebay. Auf Amazon machen sie etwa 23 % des Umsatzes der Plattform. Als Wettbewerber in Deutschland wurden sie allerdings aufgrund der hohen Bürokratie und der Einführung der UST-Pflicht im internationalen Online-Handel etwas ausgebremst. Aktuell sind sie vermutlich eher im Niedrigpreissegment und in Massenwaren vertreten.

Territoritale Zerstörungen liegen nicht im Interesse dieser Strategie

Die digitale Eroberung ist eine Fortsetzung der Globalisierung, wie sie die USA oder Europa seit den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg anstreben. China steht im Online-Handel nun an der Spitze. Die digitalen Möglichkeiten werden gnadenlos ausgeschöpft. Eine solche Strategie will keine Territorien erobern und Infrastrukturen zerstören, damit würde man die Käufer lahmlegen.

China braucht Dienstleister und Kaufkraft für seinen Online-Handel

Ziel ist es eher, mit Hilfe der KI auf die Bedürfnisse der regionalen Kulturen einzugehen und die Kaufkraft für sich zu gewinnen. Doch wie stark wird es China gelingen, den Rest der Welt in seine Prozesse und Strukturen zu zwingen: Wo wird China produzieren lassen? Wie werden die logistischen Leistungen für Beschaffung und Auslieferung erbracht? Wo sitzen die Entwickler, die die technischen Plattformen betreiben? Werden wir in Zukunft mehr Arbeitskräfte für soziale Dienste und Freizeitangebote frei haben? Die Frage ist doch: Wie kann eine Wirtschaftsmacht Weltmacht werden, ohne die hierfür benötigten Wirtschaften zu zerstören?

Was können wir dagegensetzen?

Natürlich kann es nicht in unseren Interessen sein abzuwarten, wie China Territorien wirtschaftlich vereinnahmt. Daher stellt sich die Frage nach der richtigen Strategie:

Lokalpatriotismus: Diese Strategie fuhr z.B. der Buchhandel, als Amazon als erster Online-Buchhändler in Deutschland in Erscheinung trat. Zusammen mit dem Börsenverein wurden Kampagnen gefahren, um den lokalen Buchhandel zu unterstützen. Über Plakate wurde aufgefordert, den lokalen Buchhändlern gegenüber dem neuen amerikanischen Online-Händler den Vorzug zu geben. Viele werden sich noch erinnern: Während Amazon stetig wuchs musste ein Buchhändler nach dem anderen seinen Laden schließen. Am Ende siegte die Effizienz.

Autarkie: Lässt man den Wettbewerber draußen dann haben wir keine Probleme? Ein enger Markt fördert Monopolisten und Abhängigkeiten und dämpft die Innovationsfähigkeit. Zudem werden andere Länder vermutlich kaum ihre Rohstoffe verkaufen, wenn nicht auch Produkte über die Grenze gelassen werden. Autarkie kann auch zur Ausbeute im eigenen Land führen: Iran hat sich aufgrund vieler Embargos in der Lebensmittelversorgung autark aufgestellt. Mitunter aufgrund dessen ist aber der Wasserverbrauch nun höher, als Niederschläge zu verzeichnen sind. Die Strategie droht zu kippen.

Globalisierung: Schon die Römer haben bei ihrer Erfolgsstrategie auf Globalisierung gesetzt: Im Handel mit Gütern, bei der Bereitstellung von spezialisierten Kampfeinheiten und beim Import und Rollout technischer Entwicklungen nutzten sie nicht nur die Fähigkeiten des eigenen Reiches, sondern auch „Trends“ der angrenzenden Reiche.

Das bedeutet: Die Herausforderungen des Online-Handels und der KI annehmen

Der einzige Weg ist es, sich mit den digitalen Möglichkeiten auseinanderzusetzen und die bereits existierenden Angebote und Chancen zu nutzen. Doch auf Treffen von Interim-Managern stellen wir immer noch fest: Viele Unternehmen haben weiterhin große Gaps in der grundlegenden Digitalisierung. Selbst Unternehmen, die im Produktionsbereich bereits hoch modern aufgestellt sind, stehen z.B. im Marketing und Vertrieb bzw. im entsprechenden Datenmanagement noch in der technischen Steinzeit. Wer die Kraft der Daten nutzen will, benötigt jedoch eine digitale Basis. Und noch ein Vorteil bietet der Einsatz der Daten: Sie können Teile des Know-how von Fachkräften übernehmen, von denen es zu wenig Arbeitskräfte gibt. Damit können die vorhandenen Fachkräfte größe / breitere Arbeitsbereiche übernehmen.

Mit KI können Rückstände aufgeholt werden

Wer mit Blick auf Digitalisierung in Verzug geraten ist, hat nun die Chance direkt auf moderne Lösungen zu setzen. Viele Länder stehen teilweise technisch besser als Deutschland da, weil sie frühere technische Entwicklungen (ungewollt) übersprungen hatten.

KI ist die Lösung, nicht das Ziel

KI kann die Lösung von Problemen sein, muss es aber nicht. Wie immer bei erfolgreich geführten Unternehmen steht am Anfang eine Strategie, aus der Maßnahmen abgeleitet werden.
Sind die Maßnahmen bekannt, dann müssen Lösungen und Umsetzungsmöglichkeiten betrachtet werden. Nicht immer muss es eine KI sein, vielleicht reicht unter Betrachtung des Nutzen-Aufwand-Verhältnisses eine Automatisierung.

Digitalisierung generell braucht ein Systemnetzwerk innerhalb dessen Daten gesammelt, ausgetauscht und kommuniziert werden und in dem Prozesse digital abgebildet werden. Daher lohnt es sich von Anfang an darauf zu achten, eine solche Systemlandschaft als das „big picture“ anzustreben und Stück für Stück darauf hinzuarbeiten.

  • (Teil-) Konzepte für das Datenmanagement erstellen: Welche Daten werden benötigt, wo werden sie erhoben / ausgewertet, was sollen sie anstoßen?
  • Prozesse beschreiben und ableiten, wie sie mit Hilfe von Daten automatisiert werden können. Welche menschliche Arbeit kann darüber hinaus effektiv durch KI ersetzt werden?
  • Welche fertigen Lösungen gibt es bereits, die die Prozesssteuerung unterstützen? Welche Lösungen müssen selbst entwickelt werden?

Fazit: Keine Angst vor KI, sondern diese als Chance verstehen

  • Wer einigermaßen prozessual aufgestellt ist und diese Prozesse verschlanken will, wird sich relativ schnell in die Möglichkeiten der KI einarbeiten können.
  • Nicht von Anfang an die perfekten Ergebnisse erwarten. Auch bei der KI liegt der Teufel im Detail. Wie bei der Suche in Google muss man sich Schritt für Schritt die richtige Konfiguration der KI herantasten und über den Ideal-Prozsse nachdenken. Und damit wird auch klar: Je mehr Daten hierfür herangezogen werden können und je klarer der Prozess ist, um so schneller kann eine KI die Arbeit übernehmen.

 

Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:

 

Quellen und Literaturhinweise zum Online-Handel von China

Pech, Christoph (16.04.2024): Chinas E-Commerce-Übermacht: USA und der Rest der Welt abgehängt, onlinehaendler-news.de, abgerufen 16.04.2024

Robertz, Victoria (02.12.2023, 08:00): Fast Fashion – Das ist das Erfolgsmodell vom Modeunternehmen Shein, capital.de, abgerufen 16.04.2024

Grupp, Michael (Freier Redakteur in Stuttgart, 03.12.2018): Mit Alibaba in China einkaufen, Beschaffung aktuell, abgerufen 16.04.2024

Prenner, Thomas (15.10.2022): 7 Dinge die man beachten sollte, bevor man bei AliExpress bestellt, Futurezone.at, abgerufen 16.04.2024

Kundenzufriedenheit messen: Professionell KPIs einsetzen und Daten erheben

Kundenzufriedenheit messen - über KPIs und Datenerhebung

(c) Bettina Vier, Digitalisierung + E-Commerce

Kundenzufrieden messen ist kein Geheimtipp mehr, um das Image der Marke und den Absatz der Waren oder Dienstleistungen zu verbessern. Vorausgesetzt es werden die richtigen Daten erhoben und die Erkenntnisse für Veränderungen genutzt. Moderne Software und KI unterstützen darin Daten zu sammeln, speichern und auszuwerten. Die zugehörigen Key-Performance-Indikatoren wie Customer Satisfaction Score (CSAT), Net Promoter Score (NPS) oder Customer Effort Score (CES) kennt nahezu jeder Marketingexperte.

Aber wie sieht eine professionelle Vorgehensweise aus, um Informationen über den Kunden zu gewinnen? Im folgenden finden Sie fünf grundlegende Fragen, die auf jeden Fall beantwortet werden müssen:

1. Zielsetzung: Was ist das Ziel der Datenerhebung? Welche konkreten Erkenntnisse soll sie bringen? Warum ist die Erkenntnis wichtig?

Exkurs: Kundenzufriedenheit messen - KPIs

Exkurs: Die wichtigsten KPIS zur Messung der Kundenzufriedenheit

Viele Unternehmen nutzen zur Messung der Kundenzufriedenheit den Net Promoter Score (NPS), weil er als der wichtigste Indikator gilt. Wichtig bedeutet in diesen Fall nicht, dass diese KPI bevorzugt werden muss. Der NPS ist deshalb ein wichtiger Indiktator, weil er die größt mögliche emotionale Beziehung eines Kunden zum Unternehmen /Produkt /zur Dienstleistung misst. Je positiver der Kunde die Leistung empfindet, um so größer ist seine Bereitschaft, über ein Produkt zu sprechen und weiterzuempfehlen.
Um das zu erreichen, muss ein Anbieter viele Leistungen erbringen, die auf die Zufriedenheit der Kunden einzahlen. Daher ist der Weg zu einem hohen NPS ein hoher CSAT und ein niedriger CES.

Kundenzufriedenheit messen – bewerten Sie das folgende Beispiel selbst:

Stellen Sie sich vor Sie haben in einem Hotel übernachtet und sind unzufrieden. Die ganze Nacht war der Aufzug zu hören und aus der Dusche kamen nur Tropfen. Nun kommen Sie an die Rezeption und der Mitarbeiter spricht sie an: „Guten Morgen. Ich hoffe sie haben gut geschlafen. Empfehlen Sie uns weiter?“ Wie reagieren Sie darauf? Und wie trägt das zu ihrer Stimmung bei? Dabei hat der Rezeptionist nichts anderes gemacht als den NPS abgefragt.

Alternativ hätte der Rezeptionist Sie auch wie folgt ansprechen können: “Guten Morgen. Wie haben Sie geschlafen? Sind sie zufrieden mit dem Zimmer?“ Damit erhebt er den Customer Satisfaction Score in Bezug auf die Leistung „Zimmer“. Diese Frage gibt Ihnen als Kunde die Möglichkeit Ihre Kritikpunkte vorzutragen. Der Rezeptionist kann nun seinerseits reagieren und die Mängel beheben. Er weiß aber auch aus Erfahrung, dass ein unzufriedener Kunde mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Weiterempfehlung aussprechen wird. Die Frage nach der Weiterempfehlung verkneift er sich daher. Der Rezeptionist lässt dem Kunden Zeit das Gesamtangebot des Hotels vom Frühstück, über den Fitnessraum bis hin zur Bar kennenzulernen. Mit jeder Leistung, die der Kunde als positiv erlebt, wird der Kunde insgesamt zufriedener. Erst am Ende des Aufenthalts, wenn der Rezeptionist selbst überzeugt ist, dass das Hotel dem Kunden einen guten Service geboten hat, kann er den Kunden zum NPS befragen: Empfehlen Sie uns weiter?

Erkenntnisse aus dem Beispiel:

Kundenzufriedenheit messen bedeutet Feedback über die konkreten Gründe der Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit einzuholen. Über den NPS gelingt dies nur indirekt und umständlich, da der Kunde zweierlei erklären muss: 1. warum er nicht bereit ist eine Weiterempfehlung auszusprechen, und 2. warum er unzufrieden ist. Aus diesen Grund ist es empfehlenswert den NPS in zwei Schritten anzugehen. Erster Schritt: Messung des CSAT. Zweiter Schritt: Messung des NPS nur bei den zufriedenen Kunden. Unter der Annahme, dass unzufriedene Kunden keine Weiterempfehlung aussprechen, kann auf eine Erhebung des NPS  bei diesen verzichtet werden. Der Zusatznutzen des NPS besteht darin, dass die Frage der Zufriedenheit geklärt ist. Sie können den Kunden nun gezielt fragen, warum er trotz Zufriedenheit keine Weiterempfehlung ausspricht. So finden Sie heraus, mit welchem gewissen Extra der Kunde zum Fan wird. Bei den unzufriedenen Kunden können Sie sich darauf konzentrieren, die Gründe der Unzufriedenheit zu erforschen.

2. Kundenzufriedenheit messen – Welches ist das richtige Medium für die Datenerhebung?

Eine Umfrage auf eine Website zu stellen ist in der Regel technisch nicht aufwändig. Das lässt sich mit einfacher Software umsetzen. Auch die Messungen des Traffics ist inzwischen Standard jedes Online-Shops, und gibt wertvolle Hinweise, wie sich Kunden auf der Website bewegen.

Um diese Daten aber korrekt interpretieren zu können, werden zusätzliche Informationen benötigt. Denn wie sich ein Kunde verhält hängt davon ab wer er ist: Ist es ein Stamm- oder Neukunde? Handelt es sich um einen Experten im Fach oder Erstanwender? Besucht ein erfahrener Einkäufer oder die studentische Aushilfe die Website? Wer diese Fragen beantworten kann, kann auch die Usability der Website und die Onsite-Aktionen auf die Nutzer abstimmen. Natürlich können solche persönliche Fragen bei Umfragen mit erhoben werden. Doch dabei ist zu beachten, dass der Fragebogen nicht zu umfangreich werden darf. Je länger der Fragebogen ist, umso geringer ist die Rücklaufquote bei einer Umfrage auf der Website.

Auch in der Datenerhebung gilt: Weniger ist mehr

Definieren Sie im Rahmen der Zielsetzung, auf welche Zielgruppe, welche Leistung oder welchen Kontaktpunkt sich die Befragung bezieht. Nur so können Sie auch konkrete Maßnahmen ableiten. Je weiter die Grundgesamtheit für die Erhebung gefasst wird und je breiter die Fragen daher aufgestellt werden müssen, umso komplexer wird der Aufbau des Fragebogens.  Zudem sind mit hohen Streuverlusten zu rechnen. Die Zielsetzung bestimmt auch die Wahl des Erhebungsmediums: Brief per Post, Persönliche E-Mail mit individualisierten Fragen, Telefonaktion mit einer bestimmten Zielgruppe, Befragung der Anrufer im Customer Service u.ä.

Nutzen Sie für die Befragung das Medium mit dem die Zielgruppe / der Kunde am besten erreicht und motiviert werden kann. Überlegen Sie sich auch, wie der Kunde an die Umfrage erinnert werden kann, um die Teilnehmerquote zu pushen. Und nutzen sie die Zeit, die der Kunde Ihnen zur Verfügung stellt möglichst effzient. Sonst verliert dieser die Lust, ihre Fragen zu beantworten. Daher ist auch der nächste Punkt sehr wichtig:

3. Welche Daten liegen bereits vor?

Je bekannter eine Marke ist und je positiver diese behaftet ist, umso größer ist in der Regel die Bereitschaft der Kunden auf Umfragen zu antworten. Aber diese Bereitschaft sinkt,

·         wenn die Umfragen zu oft kommen.

·         wenn Fragen gestellt werden, die bereits beantwortet wurden.

·         wenn der Kunde das Gefühl hat, dass im Unternehmen die rechte Hand nicht weiß was die Linke tut.

In solchen Fällen hat die Datenerhebung mitunter sogar eine negative Wirkung auf das Image eines Unternehmens!

Es ist daher wichtig, dass Klarheit darüber besteht, wer welche Daten wie erhebt. Um dies zu steuern empfiehlt es sich einen zentralen Datenverantwortlichen „Kundenzufriedenheit messen“ zu bestimmen. Dieser Mitarbeiter hat Überblick darüber welche Daten bereits vorliegen, welche Informationen gewünscht sind und wie die Daten ausgewertet werden.

Wichtig: Der, der die Daten erhebt, muss nicht zwingend die sein, die die Daten zur Messung der eigenen Leistung nutzt! So kann der Customer Service z.B. die Anrufer fragen, wie zufrieden sie mit einem bestimmten Produkt sind. Die Daten hieraus geben dem Customer Service nur marginal zusätzliche Informationen (z.B. Anwenderfehler). Der Hauptnutzer der Daten wird das Produktmanagement sein.

4. Wer soll die Daten nutzen?

Die Datenerhebungen erfolgt meistens über die Teams an vorderer Front zum Kunden. Die Kundenrückmeldungen können jedoch auch wichtige Hinweise zu Mängeln innerhalb des Unternehmens ( z.B. internen Prozessen, Zusammenarbeit der Teams) geben. Ist ein Kunde z.B. unzufrieden weil dem Customer Service bestimmte Informationen nicht vorliegen, dann liegt das wahrscheinlich nicht am Customer Service selbst. Unter Umständen haben Vertrieb, Logistik oder die Buchhaltung versäumt, entsprechende Daten zu pflegen.

Daher ist es wichtig, dass Kundenfeedback und Kundenwissen zentral zur Verfügung gestellt werden. Jedes Team muss die eigene Leistung – auch gegenüber anderen internen Teams – über das Kundenfeedback auswerten können.  Zudem ist es erforderlich, dass teamübergreifend mit dem Datenverantwortlichen zusammen die Daten betrachtet und interpretiert werden. Nur so verhindern Sie subjektive Einflüsse. Im weiteren sollten die Nutzer der Daten gemeinsam abstimmen, welche Daten wo und wann erhoben werden. Jede Datenerhebung muss zudem mit den Nutzen für das Unternehmen begründet werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass signifikante Mehrwerte geschaffen werden. Nicht selten ist aber zu beoachten, dass die Priorisierung der Fragen nicht strategisch angegangen wird, sondern die Eifrigsten vorpreschen.

5. Welches Wissen benötigen die Mitarbeiter?

Jeder der mitbestimmt welche Daten benötigt und wie sie ausgewertet werden, sollte Grundkenntnisse in der Statistik oder Marktforschung, fundierte fachliche Erfahrung in seinem Bereich und strategischen Spürsinn mitbringen. Zudem sollte die Person in der Lage sein, KPIs bzw. Erhebungsmethoden und -fragen objektiv zu definieren / auszuwählen, damit die kritischen Punkte abgefragt werden. Jeder (unbeabsichtigte) Versuch, sich selbst zu belügen, vergrößert das Missverständnis zwischen Unternehmen und Kunden.

 

Haben sie noch Fragen?

Gerne können wir uns in Form eines Webinars oder Workshops dem Thema widmen. Zudem unterstütze ich als Freelancerin sehr gerne in der Ausarbeitung eines strategischen Vorgehens zur Erhebung von Kundendaten und übernehme als fachliche Projektleiterin auch die Umsetzung.

 

Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:

 

So finden Sie die richtige Online-Marktplatz-Strategie

Online-Marktplatz-Strategie

(c) Bettina Vier, Digitalisierung + E-Commerce

Viele Unternehmen ziehen die Möglichkeit, ihre Ware auf einen Online-Marktplatz anzubieten, immer stärker in Betracht. Einschränkungen im Vertrieb aufgrund von Corona, Kundenausfälle und der Ausfall des stationären Verkaufs setzen die eigene Vertriebsstrategie unter Druck. Und auf dem ersten Blick hört es sich einfach an: Statt mit hohen Investitionen und nicht zu unterschätzenden Zeitbedarf einen eigenen Shop aufzubauen, werden die eigenen Daten auf eine bereits bestehende Plattform geschoben. Aber ist es wirklich so einfach? Dieser Artikel zeigt, was beim Verkauf über Online-Marktplätze berücksichtigt werden muss.

 

Große Auswahl an Online-Marktplätzen

Allein in Europa gibt es über 50 nennenswerte Marktplätze. Es lohnt sich hier genauer hinzusehen und Alternativen zu vergleichen:

  • Welcher Online-Marktplatz erreicht die gewünschte Zielgruppe (Branche, Konsumententypen, B2C, B2B etc.)?
  • Welche Wettbewerber sind bereits mit welchen Produkten vertreten?
  • Welche der eigenen Produkte eigenen sich für die Plattform? Und sollen oder müssen Produkt-Konfiguratoren eingebunden werden?
  • Welche Marketing-Aktivitäten müssen getätigt werden, um in der Listung auf der Plattform weit oben zu rangieren?
  • Welches eigenes Geschäftsmodell verfolgt der Online-Marktplatz? Während das Unternehmen bei Amazon beispielsweise selbst Anbieter ist und in direkten Kontakt zum Kunden steht, wird das Unternehmen bei otto.de zum Lieferanten, d.h. die Kundendaten bleiben bei Otto.
  • Wie groß ist die Abhängigkeit vom Marktplatz (z.B. Logistik, Vorgaben des Marktplatzes)?
  • Lässt sich der potenzielle Umsatz auf dem Marktplatz richtig schätzen?

 

Der Marktplatzbetreiber ist auch Wettbewerber

Nicht selten tritt der Marktplatzbetreiber selbst als Hersteller mit eigenen Produkten auf. Dabei ist er als Wettbewerber deutlich in Vorteil. Er kennt die Tops und Flops des eigenen Marktplatzes am besten und kann sofort bei neuen Trends mit passenden Produkten reagieren. Diese Informationen kann der Marktplatzteilnehmer nur bedingt über die eigenen Analysen herauslesen und wird nur mit einem Timelag reagieren können. Das zeigt, wie wichtig es ist, die Risiken und Chancen von Online-Marktplätzen abzuwägen.

 

Die Risiken eines Online-Marktplatzes abwägen

Zur Risikoabwägung gehört auch die Logistik. Hier haben sich zwei Varianten etabliert: Entweder die eigene Logistik übernimmt die Auslieferung und das Retourenmanagement oder man nutzt den Marktplatz als Fulfillment-Dienstleister und lagert die Ware dort ein. Gerade die ersten Wochen in Zeiten von Corona haben jedoch gezeigt, dass der Fullfillment-Dienstleister „Marktplatz“,  wie z.B. Amazon, einseitig die Auslieferung priorisieren kann. Ich war selbst betroffen, denn das Buch „Digital Insights“, an dem ich Mitautorin bin und das zur Leipziger Buchmesse angekündigt werden sollte, bekam nach dem Ausfall der Messe einen weiteren Dämpfer: Aufgrund von Engpässen stoppte Amazon die Auslieferung von nicht lebensnotwendigen Gütern. So hatten Hygieneartikel Vorrang vor Bücher. Ein Unternehmen, muss daher einen Notfallplan in der Tasche haben. In meinem Fall übernahm der Verlag selbst den Versand. Was in dieser Größenordnung kein Problem ist und auch aus dem Wohnzimmer heraus organisiert werden kann.

 

Die Technische Anbindung an den Online-Marktplatz

Zudem muss die technische Anbindung an einen Online-Marktplatz im Vorfeld überlegt und in Bezug auf die eigene Systemarchitektur und das eigene Datenmanagement bewertet werden:

  • Liegen digitale Produktdaten vor und sind sie für den Online-Verkauf geeignet? Hierzu zählen nicht nur technische Daten wie Maße, Gewichte und Material. Das Produkt muss auch über Google und der Marktplatzsuche auffindbar sein. Das bedeutet die Zuordnung von Kategorien, ein für den Kunden aussagekräftiger Produktname und Beschreibungstexte, die dem Kunden alle relevanten Informationen liefern und gleichzeitig die Regeln des SEO berücksichtigen.
  • Wie werden die Kundendaten verwaltet? Gibt es Kunden-Blacklists oder Einschränkungen bei der Zahlungsmethode für bestimmte Kunden? Wie kann z.B. zwischen privaten und geschäftlichen Kunden unterschieden werden?
  • Können die Bestelldaten einfach in den vorhandenen Prozess eingebunden werden oder muss der Prozess zur Abwicklung der Bestellung neu definieret und entwickelt werden? Das Gleiche gilt auch für den Prozess der Zahlungs- und Mahnungsvorgänge.
  • Muss ein Produkt-Konfigurator eingebunden werden und ist das auf dem Marktplatz möglich?

Hier gibt es noch viele weitere Fragestellungen, die am besten in einem Workshop gesammelt und diskutiert werden.

Wenn mehrere Marktplätze angebunden werden sollen, dann kann sich ein zwischengelagertes System lohnen, das die Schnittstellen bündelt. Bekannte Systeme in diesem Umfeld sind z.B. ChannelPilot oder Fis. Man liefert seine Daten an diese Systeme und von dort werden sie entsprechend der Konfiguration auf andere Plattformen verteilt. Auch der Weg von der Plattform zurück zum eigenen System kann hierüber erfolgen. Alternativ können bereits vorgefertigte Standardschnittstellen des eigenen PIMs oder ERP-Systems genutzt werden.

 

Ohne Marketing geht auch auf dem Online-Marktplatz nix

Ist die technische Anbindung an den Marktplatz erfolgt, beginnt die Arbeit des Verkaufs. Hier bieten die Marktplätze unterschiedliche Tools für Kampagnen, Angebote, Anzeigen, automatisierte Preisanpassungen, Keywords etc. an. Es braucht einige Erfahrung mit der jeweiligen Plattform, um diese Tools gewinnbringend einzusetzen zu können. Auf Basis der Analysetools der Plattformen müssen nun Produktsortiment, Produktdarstellungen und Preise, sowie die Schaltung von Kampagnen erprobt und ausgewertet werden. während man am Anfang externe Agenturen damit beauftragen kann, empfehle ich, auch einen eigenen Experten im Hause zu beschäftigen. Denn alle Erkenntnisse müssen mit Produktentwicklung, Vertrieb, Marketing oder auch Kundenservice und Logistik diskutiert und abgestimmt werden.

 

Fazit: Die Marktplatz-Strategie ist Bestandteil einer Unternehmensstrategie – vertrieblich, digital und Produkt bezogen

Ob die Anbindung an einen Online-Marktplatz einfach und schnell geht? Entscheidend ist, wie digital das Unternehmen heute schon aufgestellt ist und welche Anpassungen an den Systemen und dem Know-how der Mitarbeiter erforderlich sind. Auf jeden Fall darf der Aufwand nicht unterschätzt werden.

Die Frage eigener Shop oder Marktplatz lässt sich nicht allgemein beantworten. Standardprodukte stehen immer im starken Wettbewerb und unterscheiden sich nicht wesentlich. Hier könnte sich der Einstieg lohnen, da die Kunden die Präsenz ihrer Lieblings-Marke auf dem Marktplatz erwarten. Bei Produkten mit Besonderheiten, die den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bieten, gibt man dem Wettbewerb auf dem Marktplatz u.U. zu viel des eigenen Produkts preis. Hier lohnt sich ggf. ein eigener Exklusiv-Shop mit intensiven Online-Marketing-Aktivitäten.

Der Einstieg in den Online-Verkauf über einen Marktplatz hat aber auch Vorteile: Nach der Aufbereitung der eigenen Daten für den Verkauf, kann die Anbindung schneller erfolgen als der Aufbau eines Shops. Gleichzeitig wird mit dem aufbereiteten Datenmaterial eine wichtige technische Grundlage für den digitalen Vertrieb, das digitale Marketing und einen eigenen Online-Shop gelegt. Zudem werden erste Erfahrungen mit dem Online-Verkauf und dem Online-Marketing gesammelt, die für den Aufbau eines eigenen Shops von hohem Wert sind.

Der Nachteil besteht wie schon beschrieben darin, dass der Online-Marktplatz wichtige Informationen über das eigene Sortiment bekommt und Abhängigkeiten entstehen. Daher ist gerade bei sehr aufwendigen Produkten zu überlegen, ob man dieses Wissen auf diese Weise preisgeben möchte.

 

Meine Beratungsleistung für Sie

Ich führe gerne Workshops und Analysen für Sie durch, um mit Ihnen Ihren Status-Quo zu erheben. Hierauf aufbauend können wir dann die Möglichkeiten zur Anbindung an einen Marktplatz sowie die erforderlichen Maßnahmen ableiten. Auch in der anschließenden Umsetzung stehe ich Ihnen gerne als externe Projektleiter zur Verfügung.

 

Linktipp

Einen sehr guten Überblick über die Marktplätze in Europa finden Sie auf der Website des Bundesverbands für Online-Händler.

 

Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:

Start-up-Szene: Add-ons als Turbo-Spritzen für die Digitalisierung

Start-up-Szene: Add-ons als Turbo-Spritze für die Digitalisierung

(c) Евгений Кожевников – stock.adobe.com #183558462

Die Start-up-Szene

Ein Blick in die Start-up-Szene lohnt sich, wenn man in der Digitalisierung schnell vorankommen möchte. Die meisten Gründer haben sich auf die Lösung eines spezifischen Problems spezialisiert oder entwerfen ein Businessmodell vollständig neu. My Müsli, Uber oder Flixbus sind beliebte Beispiele, um zu zeigen, wie Neulinge eine Branche aufmischen.

Aber es muss nicht zwingend ein neues Geschäftsmodell sein. Viele Entwicklungen von Start-ups können als Add-on an die eigene Systemlandschaft angedockt werden. Das Portal fuer-gruender.de benennt jedes Jahr die Top 50 Start-ups. 2019 konnte in dieser Liste beispielsweise ein Tool zum Zählen von Schweinen gefunden werden (Corvitac). Eine KI-Lösung von Mediair soll Radiologen beim Erstellen eines Befunds unterstützen. Und auf StartupValley.news finden sich Gründer aus der FinTech-Ecke, z. B. das Produkt Payhawk für das Management von Kosten und Spesen des Außendienstes in Echtzeit. Diese Lösungen ersetzen keinen vollständigen Prozess, können ihn aber qualitativ verbessern.

Add-ons als Turbo-Spritze

In einer Digitalstrategie dürfen solche digitalen Bausteine nicht fehlen. Sie helfen einfache Tätigkeiten zu digitalisieren, Prozesse qualitativ zu verbessern oder das Kundenerlebnis neu zu definieren. So werden beispielsweise mit dem Bannergenerator des Start-ups Averycore auf Basis definierter Kundengruppen (z. B. aus einem CRM) unterschiedliche Banner für verschiedene Displays ausgespielt. Das System spielt eigene Daten dazu und erkennt, wo sich der Kunde gerade aufhält. Befindet er sich in einem Regengebiet, dann wird ihm im Banner ein Regenmantel präsentiert. Ein anderer Kunde, bei dem gerade die Sonne scheint und das Thermometer 25 Grad Celsius anzeigt, bekommt zur gleichen Zeit im Banner ein luftiges Oberhemd vorgeschlagen. Die Stärke der eigenen Daten über Produkte und Kunden erhält durch solche Tools eine Turbo-Spritze.

Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:

Fachbeitrag E Commerce Shop: Onliner und Offliner in der Corona-Krise

Interim Manager für E Commerce Shop

(c) sebra – stock.adobe.com #214337998

Szenarien in der Corona-Krise

In meinem Fachbeitrag für den Provider „Interim Profis“ beschreibe ich die Szenarien, die sich jetzt in Unternehmen mit und ohne E Commerce Shop abspielen. Während die Onliner nun auf ihre Vorarbeiten aufbauen können, müssen die Offliner ihre ersten Schritte unternehmen.

Der hohe Druck, jetzt digital präsent zu sein, zwingt Unternehmen in neue Vertriebswege, wie z.B. den E Commerce Shop, und technische Prozesse. Themen, die Anfang des Jahres noch nicht im Fokus standen. Diese Veränderungen lösen zwangsläufig weitere Anpassungsbedarfe aus. Wie ein Schneeballeffekt wird sich die Digitalisierung im Unternehmen ausbreiten. Einiges kann pragmatisch und kurzfristig umgesetzt werden. Anderes bedarf höhere Investitionen, Zeit und Wissen.

In der aktuellen Krise gilt es, die Betriebsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Da sind Pragmatismus und schnelle Umsetzung lebenswichtig. Aber gehen Sie davon aus, dass diese Lösungen nicht in allen Fällen nachhaltig sind und planen Sie jetzt schon die Professionalisierung ein. Dazu gehört auch, sich einen Überblick über den Veränderungsbedarf zu verschaffen: Was bringt wirtschafltiche Vorteile? Wie hängen die technischen Lösungen auch technisch zusammen? Handeln ohne Hektik und mit Konzentration auf das Notwendige ist jetzt die beste Überlebensstrategie.

Um einen Online-Shop aufzubauen benötigen sie digitale Produktdaten und Kundenwissen, sowie Fachwissen in der Darstellung der Produkte online, Suchmaschinenoptimierung sowie eine funktionierende Logistik. Gerade wenn Sie vom B2B- zum B2C-Geschäft wechseln müssen alle Prozesse hinterfragt weden.

Lesen Sie hier den Fachbeitrag auf der Seite der „Interim Profis“:

Online-Prozesse wie der E-Commerce profitieren von der Corona-Krise

 

Wer ist „Interim Profis“?

„Interim Profis“ ist ein Provider bzw. eine Personalgentur die Interim Manager und Unternehmen zusammenbringen. Interim Manager sind freiberufliche Führungskräfte, die Vakanzen interimistisch ausfüllen oder Projekte zur Veränderung (Change, Organisationsentwicklung etc.), für die digitale Transformation oder zur Umsetzung bereichsspezifischer Themen temporär zur Verfügung stehen. Der Provider verfügt über ein weitläufiges Netzwerk an Interim Provider und ist in der Lage für Ihr Unternehmen die passenden Partner zu finden.

Zur Website von Interim Profis

 

Meine Empfehlungen zum Weiterlesen:

 

Digitalisierung? Dann starten Sie bitte nicht mit Online Handel.

Online-Handel braucht Digitalisierung, Digitalisierung braucht keinen Onnline-Handel. In der falschen Reihenfolge lassen die Erfolge auf sich warten.

(c) Mykyta – stock.adobe.com #190556813

Online-Handel braucht Digitalisierung, Digitalisierung braucht keinen Online-Handel. In der falschen Reihenfolge lassen die Erfolge auf sich warten.

Oder: Warum muss man für ein „bisschen“ E-Commerce gleich das ganze Unternehmen digitalisieren?

Noch immer überwiegt die Meinung, dass für die Digitalisierung des Handels ein Shopsystem ausreicht. Doch das ist Vergangenheit.

Der moderne und erfolgreiche Online-Shop braucht Digitalisierung.

Personalisierte Webseiten und für Kunden optimierte digitale Produktdaten, detaillierte Website-Analysen sowie professionelles Suchmaschinenmarketing sind nur wenige Beispiele, wie Online-Shops heute funktionieren.

Hierfür benötigen Sie im Unternehmen digitale Grundlagen wie Produktinformationssysteme (PIM), CRM-Kundendatenbanken und technische Power, um die Daten zu kombinieren und zu analysieren. Das sind Grundlagen, die nicht nur dem E-Commerce zu Gute kommen. Sie sind auch die Ausgangslage für digitales Marketing und digitalen Vertrieb mit dem Ziel, den Kunden zu begeistern.  Eine richtig angesetzte Digitalisierung des Handels integriert zudem Einkauf, Produktion, Kundenservice und Produktmanagement in die digitalen Prozesse zum Kunden. Und damit sind wir auch schon bei der Beziehung zum Kunden:

Der Online-Handel muss sich zu 100 % am Kunden ausrichten.

Über den Online-Shop haben Sie unterschiedliche Contact-Points zum Kunden: Das Shop-Frontend (also der optisch sichtbare Teil des Shops), die Leistung der Suchmaschine im Shop, die Abwicklung im Check-out inklusive die Kaufbestätigung und Rechnung per E-Mail. Außerdem sucht der Kunde ggf. Kontakt zum Unternehmen, um Fragen zu klären. Immer beliebter werden hier neben dem Telefon auch soziale Netze wie Facebook oder What’s App.

Dadurch sind gleich mehrere Unternehmensbereiche involviert: Die Rechnung muss für den Kunden verständlich sein und, insbesondere im B2B, Einkäufern zugeordnet werden können. Der Kundenservice muss die Funktionen und Produkte im Store kennen, um den Kunden kompetente Hilfen geben zu können. Zudem sollte eine auf soziale Medien geschulte Mitarbeiterin die Anfragen und Kommentare in den sozialen Medien bedienen und öffentliche Eskalationen vermeiden.

Auch im Marketing steht der Kunde im Mittelpunkt. Welche Informationen interessieren ihn ? Wann ist der richtige Zeitpunkt dem Interessenten die Information zuzustellen? Welche Kanäle benutzt der Kunde bevorzugt für Informationen und Kauf? Wer sich schon einmal, damit befasst hat wie aufwendig allein die Umsetzung von SEO und personalisierten Newslettern ist, versteht was gemeint ist. In vielen Unternehmen werden hierfür fünfköpfige Teams zzgl. Agenturen beschäftigt.

Im B2B ist noch ein Faktor wichtig: Da hier der Vertrieb weiterhin ein wichtiger Kontakt für die Kunden ist, müssen die Mitarbeiter wissen, welche Services der Kunde bereits online in Anspruch nimmt. Umgekehrt sollte überlegt werden, welche Online-Services dem Vertrieb in der Arbeit unterstützen.

Die Liste an Beispielen, wie stark der E-Commerce im Unternehmen vernetzt ist könnte noch beliebig mit Produktmanagement, Einkauf, Logistik und anderen Bereichen fortgesetzt werden.

Der Erfolg des E-Commerce ist ein Spiegel der Leistungsstärke eines Unternehmens.

Die obigen Beispiele zeigen wie stark der Erfolg des E-Commerce mit den bereits im Unternehmen vorhandenen digitalen, organisatorischen und strukturierten Leistungen zusammenhängt. Sie zeigen auch die Vielfalt der technischen Grundlagen, die für den Absatz von Produkten erforderlich sind.

Zudem wird transparent wie stark E-Commerce verschiedene Bereiche und Prozesse bis in die Struktur des Kunden hinein miteinander verbindet. Silodenken ist hier nicht angebracht. Integration der Bereiche in gemeinsame Prozesse ist notwendig. Und damit gilt:

Digitalisierung fördert die Leistungsstärke eines Unternehmens.

Hierfür braucht ein Unternehmen einen gut überlegten und planbaren Ansatz zur Digitalisierung. Welche Daten werden wo und wann benötigt? Wer liefert Daten und wie werden sie miteinander verknüpft? Welche Prozesse sollen optimiert werden und wie kann Künstliche Intelligenz (KI) Entscheidungen vorbereiten? Hier werden die Unternehmen gewinnen, die nicht nur das vorhandene Systempotenzial ausreizen, sondern auch moderne Technologien wie KI und Augmented Reality einsetzen, um z.B. Produkt- und Kundeninformationen anzureichern und zu kombinieren. So lassen sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette wichtige Potenziale zur Digitalisierung aufdecken, die nicht nur für den Online-Handel relevant sind.

Fazit und Handlungsempfehlungen

Um effektiv den nie endenden Prozess der digitalen Transformation einschlagen zu können sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  1. Wie effektiv werden die bereits vorhandenen Systeme eingesetzt? Wurden die Potenziale der Digitalisierung durch die Systeme auf den Arbeitsplätzen voll ausgeschöpft?
  2. Sind die technischen Lösungen in die Arbeitsabläufe integriert?
  3. Welche technischen Grundlagen können gleich in mehreren Bereichen wichtigen Nutzen bringen und fördern die Integration?
  4. Wie technisch affin sind Ihre Mitarbeiter? Vermeiden Sie Veränderungen oder gehen sie sie aktiv an?
  5. Gibt es in Ihrem Unternehmen jemanden, der die Digitalisierung steuert? Wenn nicht, besteht die Gefahr, dass technisch affine Mitarbeiter in Techniken investieren, die für das Gesamtunternehmen wenig Nutzen bringen.

Sie benötigen hierfür Unterstützung? Als freiberufliche Managerin für Digitalisierung und E-Commerce ist genau das mein Thema.

 

Meine Empfehlungen zum Weiterlesen: