Beiträge

Digitalisierung? Dann starten Sie bitte nicht mit Online Handel.

Online-Handel braucht Digitalisierung

Oder: Warum muss man für ein „bisschen“ E-Commerce gleich das ganze Unternehmen digitalisieren?

Noch immer überwiegt die Meinung für den Online-Handel reicht ein Shopsystem und die Anbindung an ein Warenwirtschaftssystem. Doch das ist Vergangenheit.

Der moderne und erfolgreiche Online-Shop braucht Digitalisierung.

Personalisierte Webseiten und für Kunden optimierte digitale Produktdaten, detaillierte Website-Analysen sowie professionelles Suchmaschinenmarketing sind nur wenige Beispiele, wie Online-Shops heute funktionieren.

Hierfür benötigen Sie im Unternehmen digitale Grundlagen wie Produktinformationssysteme (PIM), CRM-Kundendatenbanken und technische Power, um alle Daten zu verwalten und zu kombinieren. Das sind Grundlagen, die nicht nur dem E-Commerce zu Gute kommen. Sie sind auch die Ausgangslage für modernes Marketing und Vertrieb mit dem Ziel den Kunden zu begeistern.  Sie integrieren zudem Einkauf, Produktion, Kundenservice und Produktmanagement in die Prozesse zum Kunden. Und damit sind wir auch schon bei der Beziehung zum Kunden:

Der Online-Handel muss sich zu 100 % am Kunden ausrichten.

Über den Online-Shop haben Sie unterschiedliche Contact-Points zum Kunden: Das Shop-Frontend (also der optisch sichtbare Teil des Shops), die Leistung der Suchmaschine im Shop, die Abwicklung im Check-out inklusive die Kaufbestätigung und Rechnung per E-Mail. Außerdem sucht der Kunde ggf. Kontakt zum Unternehmen, um Fragen zu klären. Immer beliebter werden hier neben dem Telefon auch soziale Netze wie Facebook oder What’s App.

Dadurch sind gleich mehrere Unternehmensbereiche involviert: Die Rechnung muss für den Kunden verständlich sein und, insbesondere im B2B, Einkäufern zugeordnet werden können. Der Kundenservice muss die Funktionen und Produkte im Store kennen, um den Kunden kompetente Hilfen geben zu können. Zudem sollte eine auf Soziale Medien geschulte Mitarbeiterin die Anfragen und Kommentare in den Sozialen Medien bedienen und öffentliche Eskalationen vermeiden.

Auch im Marketing steht der Kunde im Mittelpunkt. Welche Informationen interessieren ihn ? Wann ist der richtige Zeitpunkt dem Interessenten die Information zuzustellen? Welche Kanäle benutzt der Kunde bevorzugt für Informationen und Kauf? Wer sich schon einmal, damit befasst hat wie aufwendig allein die Umsetzung von SEO und personalisierten Newslettern ist, versteht was gemeint ist. In vielen Unternehmen werden hierfür fünfköpfige Teams zzgl. Agenturen beschäftigt.

Im B2B ist noch ein Faktor wichtig: Da hier der Vertrieb weiterhin ein wichtiger Kontakt für die Kunden ist, müssen die Mitarbeiter wissen, welche Services der Kunde bereits online in Anspruch nimmt. Umgekehrt sollte überlegt werden, welche Online-Services dem Vertrieb in der Arbeit unterstützen.

Die Liste an Beispielen, wie stark der E-Commerce im Unternehmen vernetzt ist könnte noch beliebig mit Produktmanagement, Einkauf, Logistik und anderen Bereichen fortgesetzt werden.

Der Erfolg des E-Commerce ist ein Spiegel der Leistungsstärke eines Unternehmens.

Die obigen Beispiele zeigen wie stark der Erfolg des E-Commerce mit den bereits im Unternehmen vorhandenen digitalen, organisatorischen und strukturierten Leistungen zusammenhängt. Sie zeigen auch die Vielfalt der technischen Grundlagen, die für den Absatz von Produkten erforderlich sind.

Zudem wird transparent wie stark E-Commerce verschiedene Bereiche und Prozesse bis in die Struktur des Kunden hinein miteinander verbindet. Silodenken ist hier nicht angebracht. Integration der Bereiche in gemeinsame Prozesse ist notwendig. Und damit gilt:

Digitalisierung fördert die Leistungsstärke eines Unternehmens.

Hierfür braucht ein Unternehmen einen gut überlegten und planbaren Ansatz zur Digitalisierung. Welche Daten werden wo und wann benötigt? Wer liefert Daten und wie werden sie miteinander verknüpft? Welche Prozesse sollen optimiert werden und wie kann Künstliche Intelligenz (KI) Entscheidungen vorbereiten? Hier werden die Unternehmen gewinnen, die nicht nur das vorhandene Systempotenzial ausreizen, sondern auch moderne Technologien wie KI und Augmented Reality einsetzen, um z.B. Produkt- und Kundeninformationen anzureichern und zu kombinieren. So lassen sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette wichtige Potenziale zur Digitalisierung aufdecken, die nicht nur für den Online-Handel relevant sind.

Fazit und Handlungsempfehlungen

Um effektiv den nie endenden Prozess der digitalen Transformation einschlagen zu können sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  1. Wie effektiv werden die bereits vorhandenen Systeme eingesetzt? Wurden die Potenziale der Digitalisierung durch die Systeme auf den Arbeitsplätzen voll ausgeschöpft?
  2. Sind die technischen Lösungen in die Arbeitsabläufe integriert?
  3. Welche technischen Grundlagen können gleich in mehreren Bereichen wichtigen Nutzen bringen und fördern die Integration?
  4. Wie technisch affin sind Ihre Mitarbeiter? Vermeiden Sie Veränderungen oder gehen sie sie aktiv an?
  5. Gibt es in Ihrem Unternehmen jemanden, der die Digitalisierung steuert? Wenn nicht, besteht die Gefahr, dass technisch affine Mitarbeiter in Techniken investieren, die für das Gesamtunternehmen wenig Nutzen bringen.

Sie benötigen hierfür Unterstützung? Als freiberufliche Managerin für Digitalisierung und E-Commerce ist genau das mein Thema.

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

Buchankündigung: Digital Insights – Digitalisierung: 7 Sichtweisen aus der Praxis

Buch Digitalisierung Deutschland: Digital Insights

Das Buch: Digitalisierung Deutschland braucht mutige Führungskräfte

Als Interim-Managerin komme ich über meine Projekte in viele Unternehmen. Dadurch habe ich einen Einblick darüber, wie es um die Digitalisierung in deutschen Unternehmen steht. Und hier gibt es noch viel Potenzial. Zusammen mit Kollegen in der DDIM Fachgruppe Digitalisierung & Industrie 4.0 entstand daher der Wunsch, für mehr digitale Veränderung zu motivieren (# Buch Digitalisierung Deutschland).

Lesen Sie über unsere Eindrücke, Projekte und Ansichten, wie Digitalisierung ein Unternehmen positiv verändern kann.

Und gehen Sie in die Diskussion, was Digitalisierung für Ihr Unternehmen bedeutet. Verstehen Sie unsere Beiträge als Impulsgeber, um eigene Ansätze zu mehr digitalen Hilfen im Unternehmen zu implementieren.

 

 

Setzen Sie realistische Ziele und planen Sie die Digitalisierung

Wer einmal in das Thema „Digitalisierung“ einsteigt, wird schnell von der Vielfalt der technischen Möglichkeiten überrascht. Lässt sich ein Manager hiervon abschrecken, dann verpasst er wichtige Chancen für sein Unternehmen. Verfällt ein Manager in Aktionismus, dann läuft er Gefahr sich zu verzetteln. Nicht selten misslingt die digitale Transformation, weil sich die Projekte gegenseitig behindern. Wie immer liegt die Wahrheit in der Mitte.

Diese Einschätzung teilt die erfolgreiche Unternehmerin Vanessa Weber, Geschäftsführerin von Werkzeug Weber. Ihr Vorwort im Buch ist ein Appell an die Leser: Ein bisschen digitalisieren reicht nicht aus, aber Aktionismus ist unangebracht. Damit fordert sie jedes Unternehmen auf, sich dem Thema Digitalisierung zu stellen und Potenziale aufzudecken. „Abwarten“ ist ihrer Meinung nach die schlechteste Strategie. Um die Kunden zufrieden stellen zu können sind aus ihrer Sicht folgende drei Faktoren wichtig: mutige Entscheidungen, innovative Technologien und gesamtgesellschaftliche Verantwortung.

Geplanter Erscheinungstermin: Februar 2020 (zur Buchmesse Leipzig)

Eine Vorbestellung des Buches ist hier möglich.

Vorwort von Vanessa Weber

Vanessa Weber ist Geschäftsführerin von Werkzeug Weber und Speakerin. Mit 18 Jahren muss sie ihren Wunsch BWL zu studieren auf Eis legen. Ihr Vater ist erkrankt und sie übernimmt das Ruder im Familienunternehmen. Innerhalb von drei Jahren durchläuft sie alle Abteilungen des Unternehmens und übernimmt Verantwortung. Innerhalb von 10 Jahren (2002-2012) verfünffacht sich der Umsatz von Werkzeug Weber. Eine Vision, Weiterbildung, Weiterentwicklung und Familien-Power sind die Erfolgsfaktoren. Heute ist Vanessa Weber zudem eine gefragte Speakerin.

Die Autoren von Digital Insights

Das sind die Autoren, die mit Ihnen zusammen die Digitalisierung in Deutschland voran bringen wollen:

Bettina Vier (Inhaberin des Blogs)

Diplom-Volkswirtin / Change-Managerin (IHK)

„Erfolgreiches E-Business bedeutet die Integration der digitalen Welt in die Unternehmensorganisation und die Berücksichtigung in der Ausrichtung auf den Kunden.“

Richtig umgesetzte Kundenzentrierung führt zu glücklichen Kunden und zum Erfolg des eigenen Unternehmens. Im Buch können Sie lesen wie Bettina Vier Kundenzentrierung versteht und warum ein solcher Prozess das ganze Unternehmen verändert. Digitalisierung, Organisationsentwicklung und Change Management müssen Hand in Hand gehen, damit die digitale Transformation gelingt.

 

Elmar R. Gorich

Diplom-Betriebswirt / MBA EGO-Consulting

„Digitalisierung bedeutet nichts anderes, als alle Prozesse vom Kunden und dessen Wünschen her zu denken.“

Elmar Gorich beschreibt in seinem Kapitel, ob und wie wir zum „Homo digitalis“ (Toby Walsh) werden. Für ihn gilt: „Heute ist der langsamste Tag unseres Lebens“. Er betrachtet die digitalen Entwicklungen mit Wirkung auf Marketing, Vertrieb, Geschäftsmodelle und die Menschen. Wo müssen wir aktiv eingreifen und gestalten? Auch für ihn steht der Kunde im Mittelpunkt.

 

Mathias Hess

Betriebswirt

„Wir erleben einen massiven Wandel bei Technologien, Prozessen und Arbeitsweisen. Die Chancen sind riesig, wenn wir alle einbinden und mitnehmen, vor allem die Mitarbeiter.“

Wer Digitalisierung gestalten möchte, muss IT völlig neu denken. Daten sind das neue Gold und erfordern die Überwindung von Silodenken und Abteilungsgrenzen. Ein Kulturwandel ist notwendig. Und was passiert, wenn die eigene IT nicht mehr über Herrschaftswissen verfügt.

 

Matthias Kopp

Dipl.-Ingenieur Maschinenbau

„Digitalisierung ändert Geschäftsmodelle. Für den, der nur seine Wertschöpfung in der Organisation optimieren will, bleibt es ein hohles Modewort.“

Digitalisierung ist an erster Stelle strategisches Denken, dann rationales Entscheiden. Dem folgt die Empathie und dann erst geht es an die richtigen technischen Weichenstellungen. Wir werden erleben, wie die Digitalisierung jede Form der bisherigen kommunikativen und unternehmensorganisatorischen Grenzen sprengen wird. Noch merken wir es kaum, aber die Geschwindigkeit nimmt zu.

 

Dr.-Ing. Eberhard Müller

„Wir müssen die Potenziale der Digitalisierung nutzen, entlang der Wertschöpfungsketten Wertbeiträge für Kunden und deren Kunden schaffen und den digitalen Wandel ganzheitlich, nachhaltig und skalierbar gestalten.“

Der Blick in einer digitalen Welt geht weit über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus. Im Fokus wird der Kunde des Kunden des Kunden stehen. Das ist nicht nur eine technische, sondern auch eine intellektuelle Herausforderung. Wir brauchen ein Supply Chain Management 5.0 mit radikal veränderten Einkauf und automatisierten Waren- und Dienstleistungslogistik.

 

Dr.-Ing. Uwe Seidel

Interim Executive (EBS)

„Die Zukunft gestalten kann der, der Big Data versteht und gewinnbringend einsetzen kann.“

Ohne Führung und Innovationskraft geht keine Digitalisierung. Für den Erfolg werden die Schnittstellen der menschlichen Kreativität und der künstlichen Intelligenz (KI) ausschlaggebend sein. Hierfür ist die perfekte Erfassung, Analyse und Nutzung von Daten die Basis. Daten bedeuten Gestaltungsspielraum. Für keine andere Branche gilt das mehr als für den Maschinen- und Anlagenbau.

Ludger Wiedemeier M.A.

LWRC Consult

„Wenn es ganz schlecht läuft, dann fahren wir in einigen Jahren wieder mit Pferd und Wagen. Die Digitalisierung macht nicht alles besser und birgt erhebliche Risiken.“

Ludger Wiedemeier fordert eine schonungslose Analyse all dessen, was in der Wirtschaft schief läuft. Eine Wirtschaft, die gerade erst auf den Weg gekommen ist und dabei keinen Fehler auslässt. Meistens zu Lasten der Kunden, der Mitarbeiter oder der Gesellschaft. Wie können kritische IT-Infrastrukturen geschützt und eine IT-Governance gewinnbringend implementiert werden?

 

Das könnte Sie auch interessieren

  1. Lesen Sie hier, wie die Autoren als DDIM Fachgruppe Digitalisierung das Audience Response Tool in einer Veranstaltung testeten: Audience Response Tool
  2. Erfahren Sie mehr über Interim Manager: Führungsstudie Interim Leadership Personalities