Für erfolgreichen digitalen Wandel sind Kompetenzen im Change-Management unerlässlich. Hier finden Sie Einblicke in das wichtige Thema rund um Kommunikation, Methoden und Herausforderungen.

Das Zusammenspiel zwischen Organisationsentwicklung und Digitalisierung

Das Zusammenspiel der Organisationsentwicklung und Digitalisierung

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In meinem Fachbeitrag für das PT Magazin erläutere ich wie die Phase der Unternehmensentwicklung Einfluss auf die digitale Transformation hat. Grundlage sind die in der Organisationsentwicklung definierten Phasen: Pionierphase, Differenzierungsphase, Integrationsphase und Assoziationsphase.

Im folgendem werde ich die Inhalte aus dem Artikel zusammenfassen. Wenn Sie den ausführlichen Beitrag lesen möchten, klicken Sie hier:

PT Magazin – Jede Entwicklungsphase braucht ihre eigene digitale Strategie

 

Pionierphase

In der Pionierphase wird das Unternehmen gegründet. Es muss flexibel auf den Markt und die Kunden reagieren. Meistens läuft die Steuerung des Unternehmens über den Gründer. Die Zusammenarbeit erfolgt auf Zuruf. In der Pionierphase macht es wenig Sinn über starre Strukturen nachzudenken. Agile Teams und ticketbasierte Systeme können einem Unternehmen in den Anfängen den notwendigen Rahmen geben.

 

Differenzierungsphase

Wenn das Unternehmen wächst ist eine Organisation auf Zuruf nicht mehr effektiv. Es müssen Strukturen geschaffen, Prozesse definiert und Spezialwissen intensiviert werden. Der Anspruch an den Arbeitsablauf wird professioneller. Standards sollen die Effektivität erhöhen. Die Differenzierungsphase braucht Systeme, die die Prozesse und Aufgabenerfüllung unterstützen. Doch je detaillierter die Prozesse beschrieben und umgesetzt werden um so stärker differenzieren sich die Bereiche. Die Folge ist, dass sich die Zusammenarbeit erschwert.

 

Integrationsphase

Es wichtig, dass man von der Differenzierungsphase rechtzeitig in die Integrationsphase switcht. Sonst könnte es zu einer Über-Strukturierung kommen. In der Integrationsphase steht die enge Zusammenarbeit der Bereiche im Fokus. Die Kundenzentrierung im Sinne des internen Kunden und die Zusammenarbeit in agilen Teams sind nun Teil der Diskussion. Entsprechend ändern sich die technischen Ansprüche an den Arbeitsplatz, da sich nicht nur die Zusammenarbeit ändert sondern auch neue Anforderungen an das Arbeitsergebnis entstehen.

 

Assoziationsphase

Je stärker die Kundenorientierung gelebt und verwirklicht wird um so mehr entsteht das Bestreben auch das Umfeld in die eigenen Prozesse zu integrieren. Die digitale Strategie sieht nun technische Lösungen vor, die über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus gehen.

 

Fazit für die Digitalisierung aus der Organisationsentwicklung

Organisationsentwicklung Entwicklungsphasen

Die Entwicklungsphasen aus der Organisationsentwicklung

Die Phasen sind keine aufeinander folgende Phasen, sondern werden in einem Unternehmen in unterschiedlichen Wellen durchlaufen. Auch ein Groß-Konzern kann eine Pionierphase neu erleben, wenn neue Produkte Neugründungen hervorrufen. Die hieraus gewonnen Erkenntnisse können auch im Konzern zu Veränderungen führen. Am Ende muss ein Unternehmen eine Balance zwischen allen vier Phasen und dem digitalen Unterbau finden.

 

 

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Fünf Prinzipien für ein erfolgreiches Change Management

Wichtige Prinzipien für das Change Management und die Organisationsentwicklung

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Märkte werden durch Wettbewerb, Wirtschaftspolitik, Globalisierung, Kriege und den Bedürfnissen der Menschen selbst immer wieder verändert. Auch Ihr Unternehmen muss sich den Veränderungen stellen. Etablieren Sie ein Change Management. Manchmal reichen kleine Anpassungen. Manchmal sind größere Reorganisationen oder gar Restrukturierungen erforderlich. Damit es aber nicht zum Äußersten kommt, muss ein Unternehmen wie das Ihre schon heute erkennen welche Veränderungen vor der Tür stehen. Die Organisationsentwicklung hilft dem Unternehmen sich entsprechend vorzubereiten.

Der Change Manager berücksichtigt darüber hinaus den sozialen Faktor und die kulturelle Umgebung des Unternehmens. So gehören zum Beispiel demokratische Prozesse, Individualisierung und Gleichberechtigung zur Kultur westlicher Länder und haben deren Strukturen und die Menschen darin geprägt. Für diese Kulturkreise sind folgende fünf Prinzipien für ein erfolgreiches Veränderungsmanagement wichtig:

Ausrichtung an Menschen und dem Unternehmen

Auf der einen Seite stehen die Prozesse Ihres Unternehmens, die effizient ineinander greifen müssen. Auf der anderen Seite stehen Ihre Mitarbeiter, die die Veränderungen tragen und mit Leben füllen. Zudem müssen die Prozesse von Anfang bis zum Ende berücksichtigt werden, so dass auch der Mitarbeiter am Ende der Prozesskette die Veränderungen und die Auswirkungen auf ihren Arbeitsplatz verstehen und umsetzen.
Hierin liegt auch der Grund, weshalb manche fachlichen Projekte scheitern: Diese Projekte führen zum Beispiel erfolgreich eine neue Technologie ein, nehmen aber die Menschen nicht mit. Die Folge sind nicht funktionierende Prozesse und fehlende Akzeptanz bei den Mitarbeitern bezüglich der neuen Technologie. Wahrscheinlich kennen Sie solche Projekte aus Ihrem Unternehmen.

Aktive Beteiligung der Mitarbeiter

Wenn Ihre Mitarbeiter die Reorganisation mitgestalten können, können sie nicht nur ihr Wissen und ihre Erfahrung einbringen. Sie verstehen auch die Veränderung und tragen sie mit. Zudem ist es wichtig, dass sie selbst Korrekturen vornehmen können, wenn die neuen Prozesse nicht effizient sind. Dadurch werden Störungen schnell beseitig und Ihre Mitarbeiter übernehmen Verantwortung.

Veränderung ist ein Lernprozess

Veränderungen können nicht wie ein Haus auf einem Papier geplant werden. Ihre Organisation muss mit jedem Schritt der Neugestaltung Erfahrungen sammeln und lernen. Nachjustieren und das Vorgehen anpassen sind daher ein wesentlicher Bestandteil des Change Managements. Zudem richtet sich der Blick nach vorne, um Chancen zu erkennen und Ihr Unternehmen in die richtige Richtung zu führen. Der Blick zurück erfolgt nur, wenn er Aufschluss für das weitere Tun gibt.

Orientierung an Ressourcen und Lösungen

Alle Aktivitäten richten sich daran aus, dass Lösungen gefunden und Ressourcen effizient eingesetzt werden. Damit werden aus Schwierigkeiten und Probleme Hürden, die gemeistert werden können.

Organisationsentwicklung ist ein stetiger Prozess

Die organisatorische Entwicklung Ihres Unternehmens ist zu keinen Zeitpunkt abgeschlossen. Ihr Unternehmen muss sich permanent den Veränderungen der Umwelt stellen und sich anpassen. Damit wird die Organisationsentwicklung zu einer Grundhaltung, die notwendig für das Überleben ist. Sie muss sich an Ihren Kunden orientieren und verhindern, dass sich der Blick ausschließlich nach Innen richtet.

Wichtige Aufgaben des Change Managements

Um zu prüfen, ob sich die Prozesse am Kunden ausrichten und effizient sind ist eine Ist-Analyse erforderlich. Auf deren Basis kann der Change Manager zusammen mit den Leitungskräften und Mitarbeitern die Soll-Konzeption ausarbeiten. Dabei spielt die Motivation der Mitarbeiter eine wichtige Rolle, damit der Change Manager die notwendigen Informationen und Unterstützung erhält. Die Motivation entsteht, wenn Mitarbeiter eingebunden werden, wenn sie Verantwortung und Anerkennung bekommen oder ein materieller Vorteil entsteht. Neben der Koordination der betroffenen Gruppen spielt auch eine Führungskompetenz eine wichtige Rolle. Denn der Changemanager muss die Aufgabenverteilung, das Zeitmanagement und die Einbindung der Mitarbeiter immer im Auge behalten und als Führungskraft anerkannt werden. Zudem übernimmt er auch das Controlling, um sicherzustellen, dass das Soll-Konzept umgesetzt wird, das Budget im Rahmen bleibt und Probleme früh erkennt.

Fazit: Change Management und Projektmanagement ergänzen sich hervorragend

Die oben aufgeführten Prinzipien und Aufgaben zeigen, wie wichtig es ist, dass Change Management und Projektmanagement Hand-in-Hand gehen. Während das Projektmanagement ein Projekt fachlich definiert und plant, zum Beispiel die Einführung einer neuen Technologie, betrachtet das Change Management die Organisation und die Prozesse, die angepasst werden müssen.

 

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Angstfaktor E-Commerce bei Mitarbeitern

Angstfaktor E-Commerce - Komplexe, moderne Technologien verunsichern Mitarbeiter

(c) Bettina Vier, Digitalisierung + E-Commerce

Ich war dabei, als das Internet in den 90er Jahren die Welt eroberte.  Und ich erlebte die Ängste der Mitarbeiter vor den Veränderungen durch den E-Commerce. Es sind Ängste vor Jobverlust und vor Versagen angesichts der Technologievielfalt. Und obwohl E-Mail-Accounts, Facebook und Amazon für die meisten Kollegen zum Alltag gehören, stoße ich in meinen Projekten immer noch auf Misstrauen, Angst und Ablehnung. Die technischen Entwicklungen sind so schnell, dass keiner up-to-date bleiben kann. Aber entziehen kann sich auch keiner. Die durch den E-Commerce forcierten Veränderungen durchdringen immer mehr Bereiche.

E-Commerce Veränderungen im Marketing

Bis zum Einbruch des Internetzeitalters mussten sich weder Vertrieb noch Marketing detailliert mit Techniken auseinandersetzen. Man überließ es den Spezialisten und konzentrierte sich darauf den Inhalt zu liefern. Für den Erfolg waren die Auflagen der Zeitschriften, die Platzierung der Anzeigen und die Sendezeiten des Werbespots maßgeblich. Spötter beschrieben das Marketing gerne als „Abteilung, die für die bunten Bildchen zuständig sind“.

Bunte Bilder und Texte werden auch in den digitalen Medien benötigt. Je mehr, umso besser. Aber um im Online Geschäft punkten zu können, muss sich das Marketing zusätzlich mit den technischen Rahmenbedingungen des Online-Marketings, der Datensammlung und der Datenanalyse auseinandersetzen. Eine Welt, die zudem mit Anglizismen bestückt ist: click pathes, bounce rates, visitors, usability, customer journey etc. Hinzu kommen vollkommen neue Marketing-Modelle, deren Bezeichnungen ebenfalls aus dem Englischen entnommen sind: Affiliate, Search Engine Optimization (SEO), Adwords, Pay-per-click, Pay-per-view, Targeting, etc.

Die Kundenansprache beschränkt sich nicht mehr auf grobe Zielgruppenbeschreibungen. In CRM-Datenbanken (CRM = Customer Relationship Management) werden Daten gesammelt und individuell für jeden einzelnen Kunden ausgewertet. Individualisierung und Personalisierung sind die damit verbundenen Schlagworte. Der Kunde soll entsprechend seines Charakters, Neigungen und Bedürfnisse identifiziert und für Produkte gewonnen werden.

Durch diese Entwicklung sind im Marketing keine Jobs verloren gegangen. Im Gegenteil, kaum ein Bereich kann mit so vielen neuen Berufen aufwarten:  SEO/SEA-Experten, Analytiker für Webseiten, CRM-Spezialisten, Performancemanager, Online-Kampagnen-Manager, Newsletter-Experte etc. Nicht zu vergessen die Produktion von Texten und Bildern.

Angst vor Jobverlust braucht keiner zu haben. Vorausgesetzt, Mitarbeiterin und Arbeitgeber investieren in eine Weiterbildung, um neues Spezialwissen zu erlernen.

Wie hat sich der Kundenservice im Umfeld des E-Commerce verändert?

Längst beschränken sich die Fragen der Kunden nicht mehr nur auf das Produkt. Plötzlich kommen auch Fragen zum User Account, zum Download oder zum Bestellvorgang im Allgemeinen (Check out) hinzu. Auch hier müssen sich die Mitarbeiter mit technischen Fragestellungen und Lösungen auseinandersetzen.
Hinzu kommen neue Kommunikationskanäle, über die die Kunden ihre Reklamationen öffentlich machen.

Auch hier: Angst vor Jobverlust braucht keiner zu haben, der sich weiterbildet. Weiterbildung heißt hier zu lernen, wie man in öffentlichen sozialen Netzen mit verärgerten Kunden umgeht, um Shitstorms zu vermeiden. Weiterbildung heißt auch hier, sich nach Technologien umzuschauen, die die Servicekraft unterstützen: Chat-Tools (auch für interne Rückfragen), Wissensdatenbanken, Zugriffe auf Kundenaccounts und Kundendaten, Avatare, etc. Damit steigt folglich der Anspruch an die Mitarbeiter. „Telefondienst“ ist kein Aushilfsjob mehr.

Werfen wir auch mal einen Blick in die Kommunikationsabteilung

Während noch in den achtziger Jahren in der Kommunikation die Pressearbeit eine der wichtigsten Kommunikationskanäle war, müssen heute moderne Medien wie Newsletter, Soziale Netze und Bewertungsplattformen ins Kalkül gezogen werden. Ein großer Vorteil dieser Medien ist sicherlich, dass die Kunden direkt gehört werden. Auch wenn sie einem nicht immer gefallen. Für viele Unternehmen ist dieser direkte Kontakt immer noch unangenehm. Meistens melden sich die Meckerer, meistens eine Minderheit, die in den sozialen Netzen eine neue Plattform gefunden haben. Trotzdem muss man sich mit ihnen auseinandersetzen, denn ihre Botschaften überwiegen im Internet.

Wie geht man mit direkter Kritik oder auch Lob um? Welche Folgen haben Shitstorms auf das Image eines Unternehmens und darf man einem Kunden auch mal öffentlich zu höflichem Umgang miteinander ermahnen? Nicht selten haben Mitarbeiter das Gefühl sich aufs Glatteis zu begeben. Soziale Medien entwickeln oft eine kaum vorhersehbare Eigendynamik. Und genau diese gilt es, für das Unternehmen zu nutzen. Wie können gute Botschaften die Aufmerksamkeit der Community auf sich ziehen?

Immer mehr wird die Arbeit in der Kommunikation als psychische Belastung empfunden. Wie in den anderen Fällen kann Weiterbildung helfen: Kommunikationsmethoden in Krisensituationen, Trigger für gute und schlechte Reaktionen in der Kommunikation und auch, wie man als Mitarbeiter den persönlichen Abstand wahrt.

Drehen wir unsere Runde weiter und besuchen die Logistik

Bevor es die Online-Shops gab, musste die Logistik sicherstellen, dass Einzelhändler mit ausreichender Ware versorgt waren. Beliefert wurden diese in der Regel über Großhändler. Mit dem Internet änderte sich die Aufgabe drastisch, denn nun werden immer mehr Endkunden direkt beliefert. Hier werden nicht mehr Paletten, sondern einzelne Päckchen verladen. Kooperationen mit Logistiker, die bisher den Versandhandel betreuten, müssen genauso ins Kalkül gezogen werden wie Speditionen für sperrige Waren. Und zudem hat der Kunde den Anspruch, die Ware nicht nur am nächsten Tag zu erhalten, sondern auch bei Nichtgefallen zurückgeben zu können. Hier sind plötzlich neue logistische Prozesse und damit Softwarelösungen erforderlich.

Die Digitalisierung des Lagers hat primär zum Ziel die Verpackungsgeschwindigkeit zu erhöhen und die Fehlerquote zu reduzieren. So können Laserpointer das fehlerfreie Picking unterstützen und Navigationsgeräte die optimierte Route für das Picking mit dem Gabelstapler berechnen. Während die Lagermitarbeiter hier Erleichterungen erfahren, müssen aber Kapazitäten zur Wartung und Weiterentwicklung der Software eingeplant werden. Die Angst vor Jobverlust ist hier allerdings durchaus berechtigt, da immer mehr Aufgaben von Robotern übernommen werden können. Daher sollten Unternehmen heute schon überlegen, wie sie das Lagerpersonal alternativ einsetzen können.

Alle technischen Veränderungen laufen in einer Abteilung zusammen, in der IT

Erstaunlicher Weise trifft man auch in der IT auf Abwehrhaltungen und Skepsis. Aber warum? Sind nicht gerade die IT-Kollegen Vorreiter für Neues? Doch auch hier gibt es inzwischen traditionelle Bereiche. Das wurde mir schlagartig bewusst, als ich die Versicherungsbranche kennenlernen durfte. Von einer Großbank kommend hatte ich das Gefühl in die Vergangenheit versetzt worden zu sein. Es war Ende der Neunziger und man erzählte mir lachend, dass man erst vor kurzem die letzten Lochkarten abgeschafft habe!

Aber die Erklärung war nachvollziehbar. Versicherungsprodukte, wie zum Beispiel Lebensversicherungen, laufen über 40 Jahre. Das bedeutet, dass Kundendaten und hochkomplexe mathematischen Formeln des Versicherungsprodukts über vierzig Jahre digital verwaltet werden müssen.  Kaum einer traut sich, diese Produkte auf eine neue technische Plattform zu ziehen. Schon kleine Rundungsfehler können dazu führen, dass Millionen Euro zu viel ausgezahlt werden. Millionen, die das Unternehmen erst einmal erwirtschaften muss.

Diesen Steinzeitsystemen stand nun das Internet gegenüber. Eine Plattform, die sich stetig weiterentwickeln muss. Ein System, das nicht ein halbes Jahr warten kann, bis ein Release implementiert wird. Hier dominieren Geschwindigkeit und modulares Denken. Auch die Programmiersprache hat sich fast über Nacht geändert. Java wurde noch vor der Jahrtausendwende zum Zauberwort. Aber nicht nur die Technik ändert sich, auch die Organisation. Scrum-Teams sind auf dem Vormarsch und stellen hierarchische Strukturen in Frage. Veränderungen, die selbst den Technikern Angst machen. Und während die letzten Versicherungsunternehmen gerade den Host ablösen, steht schon wieder eine neue Hosting-Variante im Raum, die Cloud. Damit hinkt auch die IT den technischen Entwicklungen immer hinterher.

Hier ist es wichtig, die digitalen Veränderungen im Fluss zu halten. Das bedeutet Agilität. Agilität mit Blick darauf, dass nur das umgesetzt wird was der Anwender wirklich benötigt und wie er es benötigt. Bezüglich der Organisation: Es muss nicht immer Scrum sein. Inzwischen geht der Trend darin, auch hier individuelle agile Organisationsformen umzusetzen.

Was bedeutet Agiles Lernen in Bezug auf E-Commerce und Veränderungen?

Wie ich schon anfangs angedeutet habe: Die Entwicklung neuer Techniken geht in einem Tempo voran, bei dem kaum einer mithalten kann. Das Wissen kann auch keiner erlernen, wenn er sich mal für 12 Monate zu einem Fernstudium anmeldet. Iteratives oder agiles Lernen ist gefragt. Das heißt auch punktuelles oder gezieltes Lernen. Dazu gehört auch autodidaktisches und permanentes Lernen. Meine Empfehlung: Hinterfragen Sie bei jeder Aufgabenstellung ob Ihr Lösungsweg der optimale ist. Nutzen Sie das Internet und lassen Sie sich inspirieren. Ich bin mir sicher, irgendeiner hat zu Ihrem Problem schon einmal eine Lösung angedacht. Checken Sie diese Lösung und entscheiden Sie, ob sie geeignet ist. Im Anschluss haben Sie nicht nur das gute Gefühl, dass Ihr Lösungsweg der richtige ist. Sie hatten eine Lernsession, die wieder ein Stück auf der weißen Landkarte gefüllt hat.

Wie gehe ich als Projektleiterin mit den „E-Commerce Veränderungen“ um?

Als Projektleiterin habe ich drei wichtige Schlüssel, mit denen ich sehr gut die Ängste von Mitarbeitern auflösen kann: Transparenz, Know-how-Aufbau und Kommunikation

Transparenz

Unter Transparenz verstehe ich Offenheit über Aufgabe und die Struktur eines Projektes. Jeder soll sehen was passieren wird, damit er sich darauf vorbereiten kann. Auch offene Kritik gehört zur Transparenz, da sie berechtigte Gegenargumente liefert, aber auch Ängste und vielleicht Unwissenheit offenbart.

Know-how-Aufbau

Und dort wo Unwissenheit das Projekt behindert, kann ich mit Know-how-Aufbau gegenwirken. Hier muss ich immer an ein Projekt denken, bei dem ich die Aufgabe hatte, das E-Commerce-Team aus der Kommunikation in die IT zu verlagern. Ich war davon ausgegangen, dass die Kollegen aus der Kommunikation froh sind, da sie nun weniger mit der Technik zu tun hatten. Aber das Gegenteil war der Fall. Sie fielen in ein Loch und wussten mit der Situation nichts anzufangen. Zusammen mit der Bereichsleitung habe ich Workshops durchgeführt, und den Kollegen beigebracht sich wieder auf ihre eigentliche Aufgabe, die Kommunikation, zu fokussieren. Und darauf, wie sie die Plattform nutzen wollen. Sie mussten lernen Anforderungen zu stellen und nicht mehr nach Lösungen suchen. Das Team musste sich innerhalb des Unternehmens neu positionieren.

Kommunikation

Dieses Beispiel zeigt auch, wie wichtig Kommunikation in einem Change-Projekt ist. Damit werden Missverständnisse und Gerüchte vorgebeugt. Zudem gibt es die Möglichkeit Fragen zu beantworten. Und die meisten Fragen beziehen sich darauf, welche Rolle der Mitarbeiter oder das Team in Zukunft haben werden. Solche Fragen können in der offenen Zusammenarbeit immer gelöst. Und solche Fragen müssen in einem Change-Projekt immer gelöst werden, damit die Veränderung auch gelingen kann.

Fazit

Ein E-Commerce-Projekt zu leiten bedeutet daher für mich nicht einfach nur eine neue Plattform mit Inhalten aufzubauen, sondern auch über Prozesse und Zuständigkeiten innerhalb des Unternehmens zu sprechen. Nur wenn die Mitarbeiter wieder wissen wo ihr Platz ist und wie sie ihn ausfüllen können, werden sie Ängste abbauen und ohne Blockaden arbeiten können.

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Was sind die Aufgaben im E-Commerce-Management?

Das E-Commerce-Management veranwortet die gesamte Wertschöpfungskette.

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E-Commerce-Management ist mehr als Shop-Management

Ein Shop-Manager ist für die Prozesse und Daten im Shop zuständig und konfiguriert die Shop-Software inklusive dessen Module (z.B. Recommendation-Engine). Er analysiert das Nutzungsverhalten der Besucher und optimiert den Check-out.

Ein E-Commerce-Manager geht weit darüber hinaus und optimiert die gesamte Wertschöpfungskette: Von Produktportfolio, über Marketing, Vertrieb und Kundenservice hin zu digitalen Prozessen, automatisiertes Datenmanagement bis  hin zu logistischen Anforderungen.

Der Shop-Manager ist daher ein Teil des Aufgabengebiets im E-Commerce-Management.

Der Online-Verkauf spiegelt das gesamte Unternehmen

Ohne Frage: Die Usability und Kundenführung im Shop ist essenziell dafür, dass ein Kunde das gewünschte Produkt findet und erfolgreich den Check-out abschließt. Damit befindet sich der Online-Shop aber am Ende der Wertschöpfungskette.

Jede Stufe davor hat in ihrer Qualität direkten Einfluss auf das Gelingen des Verkaufs im Shop und muss daher im Rahmen des E-Commerce-Managements geprüft werden:

  • ein Produktsortiment, das den Kunden anspricht
  • Darstellung des Produkts
  • Geschwindigkeit, mit der Produkte im Shop zum Verkauf stehen
  • Abgestimmte Kommunikation von Online-Shop, Vertrieb und Marketing
  • Direkte Zusammenarbeit mit Kundenservice, um Kundenfragen direkt im Shop beantworten zu können bzw. Probleme zu vermeiden.
  • Direkte Zusammenarbeit mit der IT, um eine geeignete IT-Architektur zu finden
  • Automatisierte Prozesse bis hin zum Einsatz von KI
  • Konsistente Daten über alle Vertriebskanäle
  • Integration von Lieferanten als Datenquelle, Logistiker und Produktinnovator
  • Integration des stationären Handels in die E-Commerce-Strategie

Die strategische Arbeit im E-Commerce-Managements

Die strategische Arbeit zielt darauf ab, die gesamte Wertschöpfungskette effizienter und effektiver zu gestalten und dabei die betroffenen Bereiche strategisch einzubinden. Störelemente müssen beseitigt und das Kundenerlebnis verbessert werden. Hierfür führt der E-Commerce-Manager Prozess-, Markt- und Kundenanalysen durch:

  • Märkte und digitale Vertriebskanäle (z.B. Marktplätze, Kooperationspartner)
  • Marktwettbewerber
  • Kundenbedarfe, Trends, Verhalten, Customer-Journey, Reklamationen
  • Produktportfolie (Best-Seller und Sleeper)
  • Datenpotenziale
  • Prozesse in der Wertschöpfungskette

Aus den Ergebnissen werden Ziele abgeleitet, die über den Wirkungsgrad des E-Commerce-Teams hinaus gehen können. Daher müssen im E-Commerce-Management diese Bereiche organisatorisch und prozessual integriert werden.

Organisationsentwicklung, Koordinator und Teamleitung

Um die vielfältigen Aufgaben erfüllen zu können, benötigt der E-Commerce-Manager ein klar strukturiertes Team und eine sehr gute Vernetzung im Unternehmen. Es muss Transparenz darüber geschaffen werden, welche Vorarbeiten oder Nacharbeiten andere Bereiche wie Logistik, Vertrieb, Marketing oder Kundenservice, leisten müssen und wie die Prozesse der Zusammenarbeit zu gestalten sind. Auch wenn die E-Commerce-Managerin nicht selbst die Unternehmensorganisation verändern kann, muss sie jedoch ein klar formuliertes Bild vermitteln und gemeinsam mit den anderen Bereichen eine passende Struktur aufbauen.

Zum E-Commerce-Management gehört es in der Regel auch mit einer Vielzahl an Agenturen zusammenzuarbeiten, um alle digitalen Services sicherzustellen, z.B.: Webshop-Programmierung, Suchmaschinenoptimierung, Online-Marketing, Marktplatz-Seller, Recommendation-Service, Datenanreicherungen

Die E-Commerce-Managerin als Prozessmanagerin und Datenstrategin

E-Commerce ist Daten getrieben: Produktdaten, Kundendaten und Prozessidentifikationen. Daher muss ein E-Commerce-Manager Methoden entwickeln, mit denen die Datenqualität, die Prozesse und die Analysen stetig verbessert und optimiert werden. Nur so können Störungen aufgedeckt werden. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass immer mehr Prozessschritte automatisiert oder KI-gestützt aufgebaut werden. Das sichert Geschwindigkeit und Qualität rund um die Uhr und jeden Tag. Je besser ein E-Commerce-Manager diese Aufgabe beherrscht umso größer ist das Potenzial den Verkauf digitale zu expandieren.

Qualifiziertes Wissen ist die Basis für Innovationen

Um souverän wie die Spinne im Netz mit allen Beteiligten Bereichen und Agenturen umgehen zu können, ist es erforderlich, sich in die verschiedenen Aufgabenbereiche einzuarbeiten. Nur wenn man auf Augenhöhe diskutieren kann, können andere für die eigenen Ziele gewonnen werden. Das bedeutet, genau zu wissen, was benötigt wird, was die Kollegen leisten und was hinzugekauft werden muss. Auch wenn bspw. Suchmaschinen-Agenturen die Experten in ihrem Fach sind, lohnt es sich ihr Tun zu hinterfragen und Änderungen anzuregen, die helfen, mehr als den Standard zu bekommen. Um neue technische Lösungen zu forcieren, muss man kein Programmierer sein, sondern Visionen entwickeln, was Kunden überzeugen könnte. Als Steve Jobs von einem Smartphone träumte, hatte er noch keine Ahnung, mit welcher Technik es umgesetzt werden könnte. Als E-Commerce-Manager darf man auch die IT herausfordern.

Anforderungen an einen E-Commerce Manager

Die Vielfalt an Aufgaben und Schnittstellen in andere Bereiche stellt hohe Anforderungen an einen E-Commerce Manager:

– Kommunikations- und Führungsfähigkeit
– Verständnis für Marketing, Vertrieb und Kundenbedürfnisse
– Technisches Interesse
– Kreativität
– Vorausschauendes Denken
– Betriebswirtschaftliches und rechtliches Fingerspitzengefühl
– Organisationstalent
– Projektmanagement und Budgetplanung
– Durchsetzungskraft und Durchhaltevermögen

Fazit

Die Aufgaben eines E-Commerce-Managers wandeln sich ständig. Offen für Neues zu sein, hohe Bereitschaft zu lernen und auf Routinen zu verzichten machen einen guten E-Commerce-Manager aus.

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